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Rezension: Stolen von Lucy Christopher




Titel: Stolen (auf deutsch: "Ich wünschte ich könnte dich hassen")
Autor: Lucy Christopher
Seiten: 301
Preis: 7,20 €
Verlag: Chickenhouse
ISBN: englisch: 978-1-906427-13-9, deutsch: 978-3-551-52008-1

Meine Bewertung:


Inhalt:
Gemma wird auf dem Flughafen in Bangkok von einem jungen Mann entführt und nach Australien in die Wüste verschleppt. Der Mann, Ty, hat alles genauestens geplant, alles besorgt, was sie zum Überleben in der Wüste brauchen. Doch Gemma kann nicht fassen, was mit ihr geschehen ist. Verzweifefelt versucht sie mehrmals zu fliehen, erfolgslos. Gemma ist von Ty abhängig, denn die Zivilisation ist unerreichbar weit von ihrem neuen "Zuhause" entfernt. Es gibt nichts außer Sand und unendliche Weite. Ty ist verrückt, dessen ist Gemma sich sicher, aber nachdem sie von seiner Vergangenheit erfährt, gerät sie immer mehr ins Wanken. Sie entwickelt ein kleines Bisschen mitgefühl für ihren Entführer. Man kann doch nicht seinen Entführer mögen, denkt sich Gemma verzweifelt. Sie ist hin- und hergerissen zwischen Wut und Mitgefühl, zwischen Unverständnis und Verständnis, zwischen Hass und Liebe.

Meine Meinung:
Stolen (auf deutsch: "ich wünschte ich könnte dich hassen") ist ein wirklich gutes Buch. Das gesamte Buch ist ein Brief an ihren Entführer Ty. Es ist in der "Du-" Form geschrieben, also spricht sie ihn direkt an. Zuerst dachte ich, dass diese Art schwer und komisch zum lesen und Hineinversetzen ist, aber lasst euch sagen: Es stimmt überhaupt nicht! Diese Schreibart ist perfekt gewählt und passt gut zur Geschichte von Gemma und Ty. Das Buch ist sehr flüssig geschrieben, sodass man es in einem Rutsch durchlesen kann. Es ist auch immer spannend, man fiebert dem Ende entgegen und fragt sich wie es wohl ausgeht. Aber auf der anderen Seite will man es auch gar nicht wissen, weil das Buch so gut ist.Normalerweise lese ich solche Bücher über Entführungen etc. nicht so gerne, aber dieses buch von Lucy Christopher ist einfach grandios.
Man leidet mit Gemma mit, verliert sich ebenso in den Weiten australiens und dann fängt man ebenfalls an, Ty zu akzeptieren und ihn teilweise auch zu mögen und man beginnt auch zu verstehen, warum er Gemma entführt hat. Es ist aber alles auch ein wenig verstörend, weil man tatsächlich beginnt Ty nicht mehr nur als Entführer zu sehen. Man bekommt mitleid mit ihm und will ihn am Ende gar nicht mehr verlassen. Gemmas Verhalten bleibt immer logisch und nachvollziehbar, ich glaube so ziemlich die meisten hätten genauso wie sie gehandelt. Nachdem man beginnt mit Ty zu sympatisieren, fragt man sich wie das Ende wird. Wird Gemma gefunden? Flieht sie doch noch? Was passiert mit Ty? Tausend Fragen schwirren einem im kopf herum, auf die Antworten muss man sich bis zum Ende des Buches gedulden. Ich gebe ehrlich zu, dass ich mir insgeheim ein anderes Ende gewünscht hätte. aber im Nachhinein betrachtet, ist es wirklich das Ende, das am passendsten und logischsten ist. Es passt auch inhaltlich wie die Faust aufs Auge.
Ansonsten: Ich bin kein großer Fan von großen Natur-/Umgebungsbeschreibungen. in "Stolen" wurde dies sehr gut umgesetzt, nicht zu wenig aber auch nicht zu viel. Die Wüste in der sich das Geschehen abspielt wird super beschrieben und man glaubt, die sengende Hitze und den heißen Sand spüren zu können. Kurz: Man befindet sich selbst dort, zusammen mit Gemma und Ty. Das Buch beschäftigt einen auch noch Tage danach und man überlegt, wie man selbst gehandelt hätte.

Fazit:
"Stolen" ist ein wirlich gutes Buch, das es wert ist gelesen zu werden. Eine Geschichte mit viel Tiefgang, die einen selbst berührt und sein Rechts-Unrechts-Gefühl über Bord wirft. Meine Empfehlung: Unbedingt lesen! Denn meiner Meinung nach ist es eines der wirklich guten Bücher, an denen ich wirklich nichts auszusetzen habe.

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Larissa