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Rezension: Die Teeprinzessin von Hilke Rosenboom






Titel: Die Teeprinzessin
Autor: Hilke Rosenboom
Seiten: 445
Preis: 16,95 €
Verlag: cbj
ISBN: 978-3570130896

Meine Bewertung:


Inhalt:
Betty Henningson ist ein junges Mädchen, das zusammen mit ihrem Vater in Emden, einer kleinen Stadt in Deutschland, lebt. Ihr Vater ist Silberschmied, deswegen wacht sie täglich durch das Klopfen der Silberhämmer auf. Ihr Leben verläuft jeden Tag genau gleich ab, nur die Familie ihres besten Freundes Anton Asmussen bietet ihr die Flucht aus der Langeweile. Die Familie Asmussen besitzt nämlich ein Teehandelshaus. Betty hat eine sehr feine nase, sie kann die vielen verschiedenen Aromen eines Tees erkennen, die ein normaler Mensch niemals wahrnehmen würde. Sie ist von der Welt des Tees fasziniert und würde gerne selbst mit Tee handeln und nur den Besten verkaufen. Ihr Leben beginnt sich zu verändern, als sie John Francis Jocelyn, ein junger Teehändler aus Indien, kennenlernt. Naja, sie fällt ihm in die Arme, nachdem sie sich aus einer Luke im Dachboden gelehnt hatte und gestürzt war. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch er verschwindet wieder aus ihrem Leben und die Routine beginnt von vorne. Als ein Brand das Teehandelshaus zerstört wird Betty zu einer Familie nach Hamburg geschickt, wo sie als Haustochter leben soll. Doch dort ist sie lediglich eine weitere Dienerin. Dann, als sie es am wenigsten erwartet, trifft die Francis wieder. Alles ändert sich.

Meine Meinung:
Die Geschichte ist einfach nur wunderschön, zart und doch strahlt sie einen starken Willen aus. Sie spielt im neunzehnten Jahrhundert, zuerst in Deutschland dann in vielen anderen Teilen der Welt. Alles ist authentisch, die Autorin schreibt über alle damaligen Dinge und Situationen als hätte sie selbst in dieser Zeit gelebt. Ich fand es sehr interessant über diese Zeitepoche und den damals lebenden Menschen zu lesen.
Die Handlungen der Personen im Buch passen zum historischen Hintergrund. Ein Beispiel dafür wäre: Betty findet sich irrtümlicherweise als Dienerin anstatt einer Haustochter wieder. Trotzdem freundet sie sich mit Fenjy, einer anderen Magd, an.
Als Betty damit rechnet, dass alles bloß ein Missverständnis sei und sie bald am Tisch sitzen und bedient wird, anstatt selber zu bedienen, verschwendet sie keinen Gedanken an ihre neue Freundin. Sie nimmt sich nur vor, sie nett zu behandeln. Sie protestiert nicht gegen die damaligen Umstände, was ich sehr authentisch finde, da die Menschen nicht anderes gewohnt waren.
Hilke Rosenboom ist ein Meister der Umgebungsdarstellung, ihre Landschaftsbeschreibungen sind keinesfalls langweilig, sondern man lernt die neuen Ort mit allen Sinnen kennen und lieben. Besonders Darjeeling.
Vor allem das Riechen spielt eine sehr große Rolle in "Die Teeprinzessin", dank Bettys feinem Geruchssinn. Der Leser bekommt ihre Eindrücke gut vermittelt und manchmal glaubt man fast, die gleichen Gerüche  riechen zu können. Was mich ein wenig gestört hat, ist, dass es meiner Meinung nach zu viele Zufälle gibt.
Es ist schon ein wenig unrealistisch, dass Betty in jeder Notsituation plötzlich schon bekannte Leute wiedertrifft, die ihr aus der Patsche helfen. Aber daran soll das Buch nicht scheitern.

Mein Fazit:
Ein wunderbares historisches Buch, bei dem das Reisen, der Tee und die Liebe im Vordergrund stehen. Die Grundstruktur ist zwar sehr ähnlich wie bei "Das falsche Herz des Meeres", ebenfalls von Hilke Rosenboom, aber die Geschichte ist doch total unterschiedlich. Ein einzigartiges Leseerlebnis. Traumhafte Kulissen und fremde Länder laden zum Träumen ein! Unbedingt lesen.

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Larissa