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Rezension: Solange du schläfst von Antje Szillat
















Titel: Solange du schläfst
Autor: Antje Szillat
Reihe: nein
Seiten: 253
Preis: 14,95 €
Verlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-60291-0

Meine Bewertung:


Inhalt:
So idyllisch das kleine Dorf Malhausen ist, die sechzehnjährige Anna fühlt sich dort alles andere als wohl. Doch dann trifft sie auf Jérôme, der ebenso wie sie ein Außenseiter im Dorf ist, und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Trotz zahlreicher Widerstände entwickelt sich zwischen den beiden eine zarte, bedingungslose Liebe.
Eines Abends jedoch, nach einem Dorffest, verschwindet Jérôme spurlos und wird am nächsten Tag mehr tot als lebendig auf einem nahe gelegenen Feld gefunden. Schnell verbreitet sich im Dorf das Gerücht, dass Jérôme mit Drogen gedealt haben soll.
Anna ist verzweifelt und will die Anschuldigungen gegen Jérôme einfach nicht glauben. Doch dann hört sie mit einem Mal eine vertraute Stimme in ihrem Kopf und sieht Bilder, die nicht ihrer Erinnerung entstammen …
(Quelle: Coppenrath.de)



Meine Meinung:
Wow. Ich bin sprachlos. Habe das Buch gerade beendet und musste mich erst mal wieder sammeln. Allein die Aufmachung des Buches ist märchenhaft, das ausgestanzte Cover erinnert an Dornröschen, ebenso wie der Titel "Solange du schläfst". Nicht nur das Äußere ist ein Märchen, sondern auch das Innere, die Geschichte von Anna und Jérome.
Anna zieht mit ihren Eltern von Bremen in ein kleines Dorf namens Malhausen. Es enstpricht dem normalen Dorfleben, jeder kennt jeden und alle sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die Neuankömmlinge stets misstrauisch beäugt. Schon an ihrem ersten Schultag trifft sie auf Jérome, sie finden sich sofort gegenseitig sympatisch, doch Jérome ist nicht beliebt im Dorf. Er wohnt bei seiner Tante und seinem Onkel, da seine Mutter als Ärztin in Afrika ist. Höchstens ein Jahr will er noch in dem Kaff bleiben um sein Abitur zu beenden. Anna merkt, dass die einheimischen Jungs es auf ihn abgesehen haben, sie bezeichnen ihn dauernd als "Opfer". Jérome versucht ihnen aus dem Weg zu gehen, um mögliche Folgen zu verhindern, aber sie lauern ihm stets auf und beleidigen ihn. Vor allem, da Anna sich für ihn zu interessieren scheint, passt dem Sohn des Bürgermeisters und seinen Kumpanen gar nicht. Zuerst warnen sie Anna vor ihm, aber als sie nicht auf sie hört, versuchen sie sie einzuschüchtern.
Trotzdem gelingt es Anna und Jérome eine Beziehung zu beginnen. Ihre Liebe ist zart und jung, doch hält sie vieles aus. Als Jérome eines Tages fast tot aufgefunden wird und seidem im Koma liegt, setzt Anna alles daran, aufzuklären, was mit ihm wirklich geschah und wer ihm das antat.
Die Autorin beschreibt die Liebesgeschichte zwischen Jérome und Anna einzigartig, die beiden sind einfach nur super süß zusammen, trotz den äußeren Umständen. Jérome wird von den ortsansässigen Jungs so verascheut, dass sie ihm Todesdrohungen schicken. Als dann auch noch sein Onkel beginnt, sie komisch zu verhalten, weiß Jérome, dass etwas gehörig nicht stimmt. Die Gewaltspirale dreht sich immer enger zu, bis zu dem Moment, an dem er komareif geschlagen wird.
Während des Lesens habe ich einen richtigen Hass auf diese Jungs entwickelt. Sie sind auch in der Realität keine Seltenheit. Ich finde es gut, dass die Autorin solche Themen in ihrem Roman aufgegriffen und verarbeitet hat. Ich fühlte mich oft genauso verzweifelt wie Anna, als sie am Krankenhausbett von Jérome saß und vergeblich darauf wartete, dass er endlich aufwachte. Aber nichts geschah.
In "solange du schläfst" lässt Antje Szillat die Grenzen zwischen gut und böse verwischen. Man kann von einigen Personen nicht mehr sagen, diese ist absolut böse oder absolut gut. Manche geraten durch Leichtsinn, Angst und Dummheit auf die andere Seite, machne durch das Elternhaus. Aber sind das Entschuldigungen, um andere Menschen zu beleidigen oder gar umbringen zu wollen? Auf keinen Fall. Deshalb folgt auch im Roman die Bestrafung.
Der Schreibstil der Autorin passt zur Geschichte, er ist locker und frisch, passenden zu den jugendlichen Hauptcharakteren. Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen, die Autorin werde ich mir merken. Super finde ich, dass es eine Deutsche ist, denn wir haben hier genauso gute Autoren wie sonstwo auf der Welt und diese sollten dann auch ihre Chance bekommen, zu zeigen, was sie können!
Es gab nur ein paar wenige minimale Sachen, die mich gestört haben. Zum einen war es ungewohnt für mich, dass Anna ihre Eltern mit ihren Vornamen angesprochen hat. Zum anderen hat die Autorin einen bestimmten Ausdruck zu oft benutzt und den auf die verschiedensten Charaktere sagen lassen. Gemeint ist "selten dämlich". Es war bestimmt an die acht mal in Buch vorhanden. Es hätte mich nicht gestört, wenn es immer nur von Anna stammen würde, aber dann haben es auch noch zahlreiche andere Personen benutzt, zu denen es gar nicht gepasst hat. Etwas anderes was mich noch ein bisschen gestört hat, war, dass manche Fragen aufgeworfen wurden und nicht geklärt wurden. Ein Beispiel: Anna sieht wie Jérome in der Schule mit einem Mädchen spricht, die beiden scheinen nach Aussage einer Mitschülerin gute Freunde zu sein. Aber es wird nie geklärt wer das Mädchen war oder warum es sonst nicht mehr auftaucht. Solche kleinen Details halt, aber sie stören nicht das Gesamtbild.

Mein Fazit:
Ein wunderbares Buch. Man leidet mit Anna mit, wenn sie an Jéromes Seite sitzt, der im Koma liegt, und sie nicht weiter weiß. Ihre Verzweiflung und die Angst, er könnte nie mehr aufwachen, überträgt sich auf den Leser. Man bangt ebenso um Jéromes Leben und hofft auf ein Happy End. Ob sie es bekommen oder nicht, das müsst ihr schon selber lesen. Aber ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen! Es ist zwar nicht so dick, aber trotzdem wunderschön, ein kleines Märchen.

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Larissa