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Rezension: Katholisch oder christlich? von Leo Piral

















Titel: Katholisch oder christlich?
Autor: Leo Piral
Reihe: -
Seiten: 91
Preis: 7,80 €
Verlag: Wagner Verlag
ISBN: 978-3-86683-987-8

Meine Bewertung:

Klapptentext:
Paulus, der Apostel, der Jesus nicht kannte, war informiert über die religiösen Ausrichtungen seiner Zeit und prägte die Richtung der entsehenden Kriche. Sternstunde der katholischen Kirche war ihre Anerkennung und Ernennung zur Staatsreligion des römischen Reiches. Dogmen und Glaubenssätze sind das Joch ihrer Gläubigen. Ein wahres Machtinstrument war und ist das Sakrament der Buße. Nur die Sündenvergabe durch Priester ermöglicht den Weg in den Himmel. Der Konkordatsvertrag sichert ihr eine privilegierte Stellung. Schwarze Flecken waren Inquisition, Kreuzzüge und der 30-jährige Krieg. Sehr bedenklich ist die vatikanische Lehre bezüglich Gerechtigkeit. Für den Dalai Lama ist die Religion keine Notwendigkeit, sondern Liebe, Bescheidenheit und Mitleid. Ein geistiges Weiterleben wird durch Nahtod-Erfahrungen bekräftigt. Theologie erfüllt nicht die Kriterien einer Wissenschaft.
Besinnen Sie sich auf die Kernaussage "Liebe deinen Nächsten" von Jesus. Der Weg Ihrer inneren Stimme möge Ihr Handeln bestimmen!

Erster Satz:
Die Volksrepublik China unterdrückt Menschen und zwingt sie, sich nach ihren Vorgaben zu verhalten.

Meine Meinung:

Buchgestaltung: 
Das Buch zeigt einen Sonnenuntergang. Es ist nicht auffallend gestaltet, sondern ruhig und angenehm. Das Cover strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. Der Titel hingegen ist provokativ und steht somit im gegensatz zu dem Bild. Das ist sehr gut gestaltet, wie ich finde. Man könnte da jetzt hineininterpretieren, dass nach Leo Piral, die katholische Kirche ebenso im Kontrast zu den Lehren Jesu steht, wie der Titel zum Bild. Aber das kann jeder selbst entscheiden.

Handlung: 
Leo Piral nimmt die katholische Kirche mitsamt ihrer Geschichte und ihren Lehren kritisch auseinander. Er ist selbst getaufter Katholike und mit dieser Religion aufgewachsen, trotzdem sieht er in den Lehren der Kirche viele Widersprüche. Diese zeigt er kurz und prägnant in seinem Buch auf, zitiert aus den Schriften der katholischen Kirche und erklärt auch Sachen dazu.
"Von dieser Organisation könnten selbst ausgefuchste Marketingstrategen von Großkonzernen noch einiges lernen, wenn es um das Erreichen und Absichern der marktbeherrschenden Stellung geht."-Auszug aus dem Buch.
Er zitiert aus anderen Bücher oder kirchlichen Manifesten, zeigt die Fehler auf, die sich in dieser Institution angesammelt haben, obwohl sie darauf beharren, das Produkt der Lehren Jesu zu sein. Leo Piral diskutiert nicht nur über historische Handlungen, sondern auch über morderne Themen wie die Ablehnung von Kondomen.
"Es ist erschreckend, ansehen zu müssen, wie sich die Menschheit von einem diktatorischen Regime bevormunden lässt."- Auszug aus dem Buch
"Es ist einfach erschütternd, dass ausgerechnet Religionsgemeinschaften, die sich für die Vertreter der Lehre Christi halten, den Krieg und somit Elend, Leid, Tod und Zerstörung zum vermeintlichen Problemlöser machen."- Auszug aus dem Buch
Ich selbst bin zwar evangelisch und kein Kirchengänger, aber es interessiert mich, warum so viele Menschen an dieser Institution festhalten, obwohl es z.B. nichts von Gleichberechtigung hält (-> keine Frauen zu Priesterausbildungen zugelassen). Die Ansichten sind absolut altmodisch und trotzdem folgen ihnen Menschenmengen. Leo Piral will keineswegs jemanden zum Austritt überreden, sondern die Menschen auffordern sich ihre eigenen Gedanken zu Gott, Jesus etc. zu machen und nicht das Denken der Kirche zu überlassen.

Sprache: 
Leo Piral schreibt meistens sehr verständlich und flüssig, jedoch gab es einige Stellen die ein Laie, so wie ich, nicht ganz verstehen konnte. Aber vielleicht kommt es auch daher, dass ich mich in der katholischen Lebensweise und der Kirche nicht auskenne ...

Mein Fazit:
Ein sehr interessantes Buch, das Fakten aufzeigt und nicht nur Behauptungen macht. Leo Piral, selbst Katholike, geht kritisch mit seiner Kirche um und ist nicht mit allem verstanden. Diese Einstellung sollte jeder haben, denn man darf nicht einfach nur etwas annehmen, sondern muss sich auch selbst dazu Gedanken machen. Eine uralte Institution, die sich etwas mehr an unsere Zeit anpassen sollte, trotzdem hat sie noch genug Befürwörter. Mit diesem Buch soll einem nichts aufgedrängt werden, sondern zum Nachdenken animiert werden.

Kommentare:

  1. Ein faszinierendes Buch! Auch ich, katholisch getauft, aber ausgetreten aus dem Verein empfinde die Verlogenheit und Selbstherrlichkeit der Amtskirche zum kotzen. Trotzdem hoffe ich, daß sich doch einmal etwas bewegt. Ich bin ein gläubiger Mensch und würde mit wünschen, endlich Mut zur Wahrheit und Entschuldigung vom Vatikan zu hören.

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  2. Danke, dass du mir deine eigene Meinung zu dem Thema geschrieben hast! Da ich selbst evangelisch bin, kann ich da ja gar nicht so richtig mitreden. Aber so sieht man doch, dass Glaube nicht immer etwas mit einer Kirche zu tun haben muss.

    Liebe Grüße,
    Larissa

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Alles Liebe,
Larissa