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Rezension: Sternenschimmer von Kim Winter

















Titel: Sternenschimmer
Autor: Kim Winter
Reihe: Sternentriologie (Band 1)
Seiten: 572
Preis: 16,95 €
Verlag: Planet Girl
ISBN: 978-3-522-50278-8

Meine Bewertung:

Klappentext:
Ob die Sterne wussten, dass diese Nacht Mias Leben verändern würde?
Die Erde in der Zukunft. Gespannt warten alle in der Stadt unter den Glaskuppeln auf die Ankunft der Flüchtlinge vom Planeten Loduun. Mia will helfen und engagiert sich in einem der Flüchtlingshäuser, wo sie den geheimnisvollen Iason kennenlernt. Wie zwei Planeten kreisen sie umeinander, ziehen sich an und doch liegen Lichtjahre zwischen ihnen. Sie sind wie Feuer und Eis, wie Gefühl und Verstand. Und es ist eine Liebe auf Zeit. Denn die Loduuner haben von Geburt an einen Sinn. Wenn sie ihn erfüllt haben, sterben sie. Mia will trotzdem nicht aufgeben. Es muss doch einen anderen Weg für sie und Iason geben.


Sie erleuchteten den ganzen Himmel, als Iason auf der Erde landete. Jetzt steht er vor ihr.
Eine dunkle Stille geht von ihm aus, doch seine graublauen Augen scheinen ins Innerste von Mia zu blicken.
Augen, mit der Anziehungskraft eines schwarzen Lochs. Augen, in die sie hineinfällt. Sie lassen Mia
vergessen, dass es eigentlich nicht sein kann:
eine überirdische Liebe, die Welten überbrücken muss. Und jeder Tag, der vergeht, bringt den endgültigen Abschied näher. Denn Iason ist nur Gast auf der Erde.
Auf seinem Heimatplaneten Loduun herrscht Krieg und Iason ist vorbestimmt, sein Volk zu beschützen.

Erster Satz:
Mich selbst aber ergriff eine merkwürdige innere Ruhe, während ich die Lider senkte und Abschied nahm.

Meine Meinung:

Buchgestaltung:  
Das Buch ist in einem zarten hellrosa gehalten, eher schlicht als aufdringlich. Durch handgemalte Bilder wie der Planet auf der Vorderseite bekommt es einen märchenhaften Schein. Der Schutzumschlag ist aus Papier und das Buch sieht ohne auch toll aus, ganz in weiß gehalten, das leicht perlmuttfarbig schimmert, wenn es in das Licht gehalten wird. Am Anfang jeden Kapitels ist ebenfalls eine kleine Zeichnung zu finden.
Handlung: 
Es ist die erste Dystopie, die ich gelesen habe, die meiner Vorstellung von Science Fiction entspricht. Denn hier gibt es "Außerirdische" (--> Loduuner), Raumschiffe, Flugschiffe (die als Autos dienen) und auch ansonsten ist alles technisiert. Es gibt nur noch EBooks, iPads, und und und. Das war erst mal eine Umstellung für mich, da meine bisherigen Dystopien doch eher noch an unsere Gesellschaft angepasst waren. Aber ich empfand es nicht als negativ, dass "Sternenschimmer" so war, sondern viel mehr als Überraschung.
Diese Zukunftsvorstellung ist meiner Meinung sehr real, wenn man sich die Entwicklung unserer Technik ansieht. Aber die Flugschiffe haben mich trotzdem immer etwas irritiert, weil ich jedes Mal Autos im Kopf hatte... 
Das Buch behandelt alle wichtigen Themen unserer Zeit wie Umweltschutz, Naturkatastrophen, Krieg, der Mensch an sich, Waffen, Klimaerwärmung, Andersein und natürlich das Gefühl "Liebe". Es wird aber sehr subtil behandelt, es drängt sich nichts auf. Auch versucht die Autorin nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auf uns loszugehen. Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, auf solche Themen aufmerksam zu machen! Sehr gut gelungen! Es geht aber auch um die politische Entwicklung de Welt und deren Bewohnern, was ein sehr aktuelles Thema ist. Die Liebe zwischen Iason und Mia steht im Vordergrund der Geschichte. Sie wird authentisch und gefühlsvoll beschrieben, aber nicht kitschig. Leider hat im Laufe der Geschichte der Schwärm-Faktor eingesetzt, damit meine ich, dass Mia plötzlich ziemlich oft von Iasons Schönheit schwärmt, was am Anfang nie vorkam. Das war etwas nervig.
Warum prügeln sich Mädchen immer auf dem Klo??? Das habe ich mich auch schon bei anderen Romanen wie bei "Firelight" von Sophie Jordan gefragt. Denn diese Szene kam jetzt schon in einigen Romane vor und jedes Mal wird die Protagonistin von der gemeinen Zicke und deren Jüngerinnen auf dem Klo angegriffen. Auch in Sternenschimmer kam diese Szene vor. Diese Szene war mir etwas zu klischeehaft.
Ansonsten fand ich die Geschichte rund um Iason und Mia sehr interessant und romantisch. Sie war glaubhaft und man befand sich während des Lesens in der Zukunft. Das Ende ist zwar ein Happy-End aber die Geschichte ist doch noch sehr offen, ich hoffe es gibt einen Folgeband, in dem man auch mehr über Loduun erfährt. Denn das ist in diesem Band etwas zu kurz gekommen, das Leben auf Loduun und die dortigen Umstände sind nur kurz angerissen.
Charaktere: 
Mia ist die Protagonistin des Romans und ist sehr authentisch, ich konnte mich sofort in sie hineinversetzen. Sie ist sympathisch, hilfsbereit und loyal. Doch dann zeigt ihr Iason auf, dass sie nicht so ist, wie sie sich selbst sieht und auch wie der Leser sie sieht. Iason trifft mit wenigen Worten das Wesen des Menschen. Hier ist der Autorin wirklich etwas grandioses gelungen! Alle Achtung. Zuerst ist jeder vor den Kopf geschlagen, als Iason darüber redet, doch wenn man dann darüber nachdenkt, stellt man fest, dass es wahr ist. Kim Winter hat eine außergewöhnliche Menschenkenntnis in ihrem Roman eingebaut!
Iason ist das Gegenteil von Mia, ein wahrer Loduuner. Er kennt keine Liebe, bei ihnen gibt es so etwas nicht. Deshalb ist es auch schwer für ihn, seine Gefühle richtig zu deuten. Dadurch wird das Thema Liebe auf einer bodenständigen, realen Ebene behandelt. Was ist Liebe überhaupt? Kann man Liebe jemand anderem erklären?
Sprache: 
Kim Winter schreibt umgangssprachlich und flüssig, die Geschichte zieht den Leser in den Bann und er ist froh, dass es so viele Seiten gibt. Es wird nie langweilig, immer passiert irgendetwas. Die Sprache ist der Zielgruppe angepasst.

Mein Fazit:
Eine sehr gute, interessante, etwas andere Dystopie. Kim Winter behandelt in ihrem Buch viele aktuelle Themen wie Erderwärmung, Themen über die jeder sich mal Gedanken machen sollte. Die Charaktere sind sympathisch und authentisch, die Handlung ist rasant, romantisch, dramatisch...
Unbedingt empfehlenswert für Leute, die Geschichten über Liebe mögen. Das Thema wird sehr gut und subtil behandelt. Was ist Liebe überhaupt? Kann jemand Liebe spüren, wenn er gar nicht weiß, was dieses Gefühl ist?

"Siehst du, Mia, euer Vertrauen ist eine Brücke über den Fluss des Ungewissen. Und ihr könnt sie bauen, einfach, weil ihr liebt. Das ist besonders." (S. 340)

Zur Autorin:
Kim Winter, geboren 1973 in Wiesbaden, lebt mit ihrer Familie im Taunus. Nach einer Ausbildung zur Sozialarbeiterin, arbeitete sie im Plegekinderdienst und in einem Waldkindergarten. Dann widmete sie sich voll und ganz ihrer Leidenschaft, die sie selbst als "Schreibsucht" bezeichnet.
Dem Wald ist Kim Winter übrigens noch immer sehr verbunden, weil sie dort neben einem Café in Wiesbaden am liebsten schreibt, und das immer mit Musik im Ohr. Außerdem spielt sie Theater, engagiert sich umweltpolitisch und kann es nicht lassen, Dinge zu hinterfragen. "Bei Ungerechtigkeiten weggucken, geht gar nicht."
(Quelle: Planet Girl)

Kommentare:

  1. Hey
    Hab deinen Blog gerade erst entdeckt, und finde ihn wirklich toll! Bin nun regelmäßige Leserin geworden. :)
    Schau doch mal bei mir vorbei:

    www.binzis-buecher.blogspot.com

    LG

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  2. wow, klingt nach einem wunderbaren Buch. du hast mir richtig Lust darauf gemacht :D

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  3. @ Binzi:
    Dankeschön. :) Freue mich immer sehr über neue Leser.

    @ Jessi:
    Freut mich, dass ich dich neugierig machen konnte. Ja, es ist wirklich ein tolles Buch, mit viel Gefühl und Romantik... *hach* :D

    Liebe grüße,
    Lari

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Alles Liebe,
Larissa