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Rezension: Das Geheimnis des Frühlings von Marina Fiorato




Titel: Das Geheimnis des Frühlings
Autor: Marina Fiorato
Reihe: -
Seiten: 589
Preis: 19,99 € Gebunden, aber ab 20.02.2012 als Taschenbuch für 9,99 €
Verlag: Limes
ISBN: 978-3-8090-2574-0
Originaltitel: The Botticelli Secret

Meine Bewertung:


Klappentext:
Florenz, 1481: Die bezaubernde Luciana Vetra verdingt sich als Straßenmädchen und gelegentliches Künstlermodell. So posiert sie auch Botticelli für dessen Bild "Der Frühling". Als der Maler sie dafür nicht entlohnen will, entwendet sie eine Miniatur des "Fühlings", nur um entsetzt festzustellen, dass jemand offenbar über Leichen geht, um an dieses Gemälde zu gelangen. Doch was hat es mit dem Bild auf sich? Verzweifelt sucht Luciana den Novizen Guido auf, den einzigen Mann, der gegen ihre Reize immun scheint. Gemeinsam mit dem klugen jungen Mann flieht sie durch Italien, dem Geheimnis des Bildes auf der Spur ...

Erster Satz:
Florenz schimmert wie Gold und stinkt zum Himmel.

Meine Meinung:

Buchgestaltung: 
Das Buch ist sehr schön aufgemacht mit warmen Farben. Was mich allerdings etwas irritert hat, war das Bild auf dem Cover. Ich finde das eigentliche Bild um das es in dem Roman geht, "Primavera" von Botticelli, wäre passender als Cover gewesen. Aber damit man trotzdem live bei der Spurensuche dabei sein kann, gibt es auf der Coverinnenseite das genannte Bild. Es ist sehr wichtig, dass das Bild im Buch abgedruckt wurde, denn gerade dadurch, dass man die Erkenntnisse, die die beiden Protagonisten darüber gewinnen, selbst am Bild nachempfinden und verstehen kann.

Handlung: 
Was für eine Handlung! Das Buch liest sich wie ein Krimi / Thriller, ist spannungsgeladen und lässt den Leser bis zum bitteren Ende auf ein Happy End hoffen. Normalerweise sind die meisten historischen Romane eher etwas distanziert geschrieben, aber hier konnte man sich ab der ersten Seite in die Handlung hineinversetzen und zusammen mit Bruder Guido und Luciana quer durch das Italien der Renaissance fliehen. Die Autorin hat es gekonnt geschafft, Spannung und Ruhepausen perfekt einzusetzen. Der Leser freut sich, dass das Buch so dick ist, denn man wird von der Handlung gefangen genommen und auch danach nicht mehr so schnell losgelassen.
Besonders toll finde ich die Personenkonstellation. Luciana, eine Hure, die mit ihrer einzigartigen Schönheit besticht. Deswegen wird sie vom Maler Sandro Botticelli für die gestalt der Flora in seinem aktuellen Gemälde "La Primavera" ausgewählt. Nachdem es aber zu einem kleinen Streit wegen der bezahlung kommt, klaut Luciana kurzerhand den Entwurf des Gemäldes, der auf einem kleinen cartone festgehalten wurde. Doch schon bald bemerkt sie, dass es Leute gibt, die über Leichen gehen um dieses Bild zurückzuholen. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an den jungen Mönchsanwärter Guido della Torre, der Neffe des Herrschers von Pisa. Als nicht nur ihre Mitbewohnerin umgebracht wird, sondern auch ein Ordensbruder Guidos, fliehen die beiden aus Florenz und machen sich auf die Suche nach dem im Bild verschlüsselten Geheimnis. Ihre Reise führt sie durch ganz Italien, in prächtige Städte und dunkle Gassen. Werden sie noch rechtzeitig das Geheimnis knacken können oder werden ihre Verfolger sie finden, bevor sie dazu gekommen sind?

Charaktere: 
Luciana Vetra ist mir im Laufe der geschichte sehr ans Herz gewachsen. Ich habe noch nie einen derartigen historischen Roman gelesen, der so witzig aber auch anrührend und spannend war. Luciana ist eine einzigartige Persönlichkeit, die sich selbst treu ist und sich nicht von den Umständen beeinflussen lässt. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und sagt oftmals direkt was sie über etwas denkt.
Bruder Guido, ein pisanischer Edelmann, der sich ganz der Liebe Gottes verschrieben hat, ist ebenso toll gelungen wie seine Begleitung Luciana. Seine religiöse Hingabe erscheint dem Leser glaubwürdig und verständlich, diese entwickelt sich aber mit der Geschichte weiter und wird realitätsnaher, denn er muss feststellen, dass seine Kirche nicht die Reinheit in Person ist. Im Gegensatz zu Luciana ist er sehr gebildet und auch an seinem Charakter merkt man immer wieder den Edelmann hervorblitzen. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares und traumhaftes Paar, dass die Geschichte einzigartig macht. Die Liebe die sich zwischen ihnen entwickelt vollzieht eine sehr realistische Entwicklung, das war wirklich sehr schön ausgearbeitet von der Autorin. Sie nähern sich langsam und vorsichtig an, aber dann passiert etwas, das sie wieder auseinander treibt...

Sprache: 
Die jeweilige gesprochene Sprache ist sehr an die einzelnen Charaktere angepasst. Luciana benutzt oft die Sprache der Straße, wohingegen Bruder Guido sich sehr gewählt und gebildet ausdrückt (sehr zum Leidwesen Lucianas). Die Sprache verleiht somit den Charakteren noch mehr Leben und Eigenständigkeit. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Luciana geschriebn, was ich als sehr erfrischend und witzig empfand, da sie einfach ihren eigenen Charme hat. Ich bin nicht der Meinung, dass Lucianas Ausdrucksweise teilweise zu übertrieben straßenhaft war, denn sie hat sich auch sprachlich weiterentwickelt und dadurch wirkt sie auf mich nur noch liebenswerter.

Mein Fazit:
Das mit Abstand beste historische Buch, das mir je untergekommen ist! Es gehört ab jetzt auch zu meinen Lieblingsbüchern, da es einfach witzig, spannend, tragisch, romantisch und noch vieles mehr war. Unbedingt lesen!!!

1 Kommentar:

  1. Hallo Larissa,
    vielen Dank für die tolle und ausführliche Rezension!!!
    LG vom Limes Verlag

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Danke, dass Du ein Kommentar hinterlassen möchtest! :) Ich freu mich sehr darüber und wünsche Dir noch einen wunderschönen Tag.
Alles Liebe,
Larissa