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Rezension: Julischatten von Antje Babendererde
















Titel: Julischatten
Autor: Antje Babendererde
Reihe: -
Seiten: 475
Preis: 17,99 €
Verlag: Arena
ISBN: 978-3-401-06589-2
Originaltitel: -

Meine Bewertung:


Klappentext:
Simona will Sim genannt werden, weil das besser zu ihrer roten Igelfrisur und den verrückten Klamotten passt, hinter denen sie ihre Gefühle verschanzt. Ihren siebzehnten Geburtstag verbringt sie nach einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Sims Eltern wissen keinen anderen Rat, als sie zu ihrer Tante Jo in die USA zu schicken, ins Pine-Ridge-Indianerreservat. Doch was Verbannung sein solle, wird für Sim zur Rettung. Denn dort lernt das Mädchen mit dem schiefen Lächeln die beiden unzertrennlichen Freune Jimi und Lukas kennen. Während sie sich Hals über Kopf in den coolen Jimi vrliebt, zeigt der blinde Lukas Sim eine Welt, die ihr wieder lebenswert erscheint. Doch dann ziehen Schatten über der Prärie auf ...

Erster Satz:
Verbannung. Anders konnte Sim das, was ihr bevorstand, nicht bezeichnen.

Meine Meinung:

Buchgestaltung: 
Das Thema "Natur" spielt bei jedem ihrer Cover eine wichtige Rolle, so auch hier. Passend zum Thema gibt es jedes Mal ein wunderschönes, ruhiges Cover mit Blautönen. Besonder gefallen hat mir dieses Mal der Titel, denn meiner Meinung nach beschreibt er das Buch absolut perfekt!! Und das nur in einem Wort, das ja eigentlich schon ein Gegensatz in sich ist. Aber dieses Wort fasst die Geschichte genial zusammen. Wer das Buch gelesen hat, wird mich verstehen können.

Handlung:  
Sim ist eigentlich eine ganz normale Teenagerin, aber mit ihren jungen Jahren schon alkoholabhängig. Nach ihrem Geburtstag, an den sie sich nur noch verschommen und sehr negativ erinnert, wacht sie im Krankenhaus mit einer Alkoholvergiftung auf. Ein Grund zum Handeln, finden ihre Eltern und schicken sie zu ihrer Tante Jo nach Nordamerika in ein Indianerreservat. Tante Jo, ehemals mit einem Indianer verheiratet, führt dort ein hartes aber zufriedenes Leben und sie soll Sim wieder auf den richtigen Weg bringen. Leichter gesagt als getan. Denn im Indianerreservat ist das Leben nicht unbedingt "schöner", es herrscht eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und viele Bewohner nehmen Drogen oder trinken Alkohol. Sim lernt die beiden besten Freunde Jimi und Lukas kennen. Währenddessen Jimi der totale Draufgänger und Macho ist, gelingt es dem blinden Lukas eine besondere Freundschaft zu ihr aufzubauen. Doch die beiden Jungs haben kein leichtes Leben und manch einer ist in krumme Dinge verwickelt. Für wen wird Sim sich am Ende entscheiden? Kann die Freundschaft Eifersucht und Neid, sowie Wut, Trauer und Hilfslosigkeit überstehen? Warum verläuft alles so ganz anders, als Sim es geplant hat? Wenn ihr das wissen wollt, dann lest selbst und lasst euch in eine wundervolle, aber auch traurige und nachdenkliche Geschichte entführen. Denn es werden nicht nur positive Themen angeschnitten, gerade die zunehmende Alkoholbereitschaft unter Jugendlichen spielt hier ein großes Thema und wurde meiner Meinung nach sehr, sehr gut verarbeitet. Und das ohne drohenden Zeigefinger.

Charaktere:  
Sim war zwar als Charakter so ganz anders, als mit denen ich es bisher zu tun hatte. Sie hat knallrote stachelige Haare, einen verrückten Kleidergeschmack, einige Piercings und ist alkoholabhängig. Auf den ersten Blick erschien sie mir verrückt und ich dachte schon, dass ich mich gar nicht in sie hineinversetzen konnte. Doch nach und nach lernt der Leser die wahre Sim kennen, die sich unter ihrer äußerlichen Fassade versteckt, denn dies alles ist nur eine Tarnung um sich selbst zu schützen. Am Ende des Buches wollte ich sie gar nicht mehr gehen lassen, so sehr mochte ich sie. Auch die anderen Charaktere wie Jimi und Lukas sind sehr authentisch und haben mir gut gefallen. Ein Buch, das vor tollen und starken Charakteren nur so strotzt.

Sprache:  
Typischer Antje-Babendererde-Stil. Eigentlich braucht man da doch nichts mehr extra sagen.

Mein Fazit:
Ein sehr starker Roman über Liebe, Wut, Hilfslosigkeit und noch vieles mehr. Einzigartige und athentische Charaktere, die einen auch noch nach dem Lesen begleiten. Sehr zu empfehlen!!

Zur Autorin:
Antje Babendererde, geboren 1963 in Jena/Thüringen, war zunächst als Arbeitstherapeutin in einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie tätig. Seit 1996 ist sie freiberufliche Autorin mit einem speziellen Interesse an der Kultur der Indianer. Nach intensiven USA-Reisen und den Besuchen verschiedener Reservate erschienen von ihr mehrere Romane für Erwachsene zu diesem Thema. "Der Gesang der Orcas" ist ihr erstes Jugendbuch.
(Quelle: Arena Verlag)

Kommentare:

  1. Ich fand das Buch auch unglaublich gut! Hab es regelrecht verschlungen. Zum Glück war ich an dem Tag, an dem ich es gelesen habe, krank, deshalb konnte ich es fast in einem Rutsch durchlesen.

    Sehr tolle Rezi, Lari! Wird bestimmt einige Leser zum Kauf anregen. :)

    Liebe Grüße
    Binzi

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  2. Hey! :)
    Hab deinen Blog gerade zufällig entdeckt und habe gesehen das du schon einige Bücher von Antje Babendererde gelesen hast.
    Ich liebe ihren Schreibstil und ihre Geschichten und alles eben :D
    Julischatten finde ich großartig, genau wie Libellensommer.. Gerade lese ich "Die verborgenen Seite des Mondes" :)
    Tolle Rezension!

    Liebste Grüße, Ella ♥

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  3. @ Gabriella:
    Geht mir genauso! Ihre Bücher sind einfach wie eine ganz andere Welt und jedes Mal wenn ich eines ihrer Bücher lese, bin ich nach dieser Indianer-Welt süchtig! Dann krame ich sämtliche Babendererde-Bücher aus meinem Regal und lese sie nochmal. Und das kann ich echt unendlich oft! :)

    Liebe Grüße,
    Larissa

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Alles Liebe,
Larissa