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Rezension: Die Stadt aus Gold und Silber von Kenizé Mourad




















Titel: Die Stadt aus Gold und Silber
Autor: Kenizé Mourad
Reihe: -
Seiten: 444
Preis: 19,99 €
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0448-9
Originaltitel: La ville d'or et d'argent
Genre: Historik, 19. Jhd.

Meine Bewertung:
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Klappentext:

Indien 1856. Im Harem von Lakhnau herrscht blankes Entsetzen. Britische Soldaten haben den Palast gestürmt und vertreiben die Favoritinnen aus ihren Gemächern. Nur eine Frau stellt sich dem englischen Besatzer: Hazrat Mahal, das zur Königin aufgestiegene Waisenmädchen. Sie ist ebenso schön wie entschieden, ihre Heimat zu retten. An ihrer Seite kämpft der treue Radscha Jai Lal, der für sie alles opfern würde. Zwei Jahre lang, ist Hazrat die Seele des Widerstands, bis die Briten ihr ein unmoralisches Angebot machen ...

Erster Satz:
Im Jahr 1856 wird Indien von der englischen Ostindiengesellschaft beherrscht.

Meine Meinung: 

Buchgestaltung:
Buch ist in wunderschönen Gelb- und Orangetönen gestaltet und spiegelt den Reichtum Lakhnaus wider. Sehr schönes Cover!

Handlung:
Jeder weiß von Indiens Kampf um seine Freiheit unter der Kolonialmacht England, doch meistens wird nur Ghandi damit in Verbindung gebracht. Doch schon ein Jahrhundert vor dessen Wirken, hat sich das indische Volk gegen seine Unterdrücker aufbegehrt und zwar unter der Führung der einzigartigen Regentin Hazrat Mahal, die heute kaum einer kennt. Als Waisenmädchen aufgewachsen, kommt sie dank ihrer Schönheit und ihrer Dichtkünste an den Hof des Herrschers und wird in dessen Harem aufgenommen.
Sie bekommt einen Sohn und bewundert ihren künstlerisch begabten König, der von seinen Untertanen geliebt wird.
Doch als die Briten ihre Versprechungen gegenüber dem König brechen und dessen Reich annektieren wollen, unternimmt der König und seine Mutter und die ältesten Söhne eine lange Reise an den Hof von Königin Viktoria, um für ihre Stadt Gnade zu erbitten. Doch dies haben die Briten auf keinen Fall vor, denn Lakhnau ist voller Reichtum. Überall im Reich sind die Menschen unzufrieden mit der zunehmenden Unterdrückung durch die Ostindiengesellschaft und es kommt zu immer größeren Rebellionen. Da das Volk aber einen Herrscher braucht, wird Hazrats zehnjähriger Sohn zum König und sie zur Rajmata (Königinmutter) und somit zur Regentin gekrönt.
Anfangs bin ich nur schwer in die Geschichte reingekommen, es tauchen sehr viele verschiedene Personen und Orte auf, so dass man leicht durcheinander gerät. Da es sich um historisch reale Personen handelt, übernimmt die Autorin auch hin und wieder belegte Zitate, die das ganze Buch sehr authentisch machen.
Dadurch kommt auch viel Spannung auf, man fiebert dauernd mit und hofft auf ein gutes Ende.
Das Buch rüttelt den Leser auf, es ist wirklich schockierend, mit welcher Grausamkeit die Briten in ihren Kolonien vorgegangen sind.
Natürlich lässt sich sowas auf alle Kolonialmächte übertragen, was doch sehr erschreckend ist und nicht verschwiegen oder heruntergespielt werden sollte!
Es ist mir nach diesem Buch absolut kein Wunder mehr, dass viele islamischen und hinduistischen Völker die Briten hassen ...

Teilweise erinnerte mich das Buch mehr an ein Sachbuch als an ein Roman, was aber nicht negativ ist. Die Ereignisse der drei Jahre werden teilweise mehr oder weniger detailliert behandelt, somit erhält man einen guten Einblick in die Anfänge der indischen Widerstände gegen ihre Kolonialherren. 

Charaktere:
Hazrat Mahal ist eine unglaublich starke Frau, Regentin und Mutter. Es ist wirklich sehr schade, dass sie in der Weltgeschichte so unbekannt ist, obwohl sie die Bedingungen für Ghandi und seinen Widerstand geschaffen hat. Unter ihrer Herrschaft wäre es den Indern fast gelungen, die Briten aus ihrem Land zu vertreiben und wieder eine tolerante und eigene Kultur aufzubauen.
Ihre Persönlichkeit hat mich sehr überzeugt, sie ist bereit sich für ihr Volk zu opfern, obwohl sie ihren eigenen Kopf hätte retten können. Hazrat ist vielleicht nicht immer die fürsorglichste Mutter, aber sie versucht ihr Bestes und das, obwohl sie gleichzeitig noch Regentin und Kriegsführerin/ Strategin ist. Sie ist wirklich bewundernswert!
Sie hält ihren Platz in einer Männerwelt und räumt mit allen Vorurteilen einer weiblichen Regentin auf. Im Roman kommt es auch zu einer Liebesgeschichte, die sehr schön ist, trotz aller äußeren Widrigkeiten.

Die starke Hazrat hilft dem Volk viel mehr, als es der eigentliche König mit seinem schwachen politischen Geschick jemals könnte!
Sprache:
Am Anfang und auch noch in der Mitte war ich oftmals etwas verwirrt, aufgrund der vielen verschiedenen Personen. Aber bis auf diese Stellen, hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Die Autorin verbindet viele verschiedene Perspektiven, teils von Briten und teils von Indern. Somit erhält man einen guten Rundumblick über alle Geschehnisse, und kann es von verschiedenen Fronten beleuchten. Denn nur so versteht man die Gedanken und Motive beider Seiten!

Mein Fazit: 
Ein einzigartiges Buch über eine einzigartige Frau im Kampf um die Freiheit ihres Volkes! Authentisch und spannend, mit realen Persönlichkeiten der Geschichte Indiens und Großbritanniens! Jedem zu empfehlen, der sich für Geschichte interessiert, insbesonders indische Geschichte und den Widerstand gegen die Kolonialmacht England.

Zur Autorin:
Kenizé Mourad wurde 1940 in Paris geboren. Ihre Mutter war die letzte türkische Sultanin, ihr Vater der indische Radschah von Badalpur. Sie arbeitet als Journalistin. Ihr Weltbestseller "Im Namen der toten Prinzessin" wurde in 30 Sprachen übersetzt.
(Quelle: Blanvalet)

Kommentare:

  1. Hallo Du,

    interessantes Buch und dazu auch noch ein wirklich ansprechendes Cover, nur der Preis ist schon etwas heftig. Klar es ist ein gebundenes Buch, aber wer kann sich das als Jugendlicher leisten, stelle ich mir da immer die Frage....

    Wie schaffst Du, dass denn so, möchte ich Dich gerne mal fragen, denn Deine finanziellen Mittel im Monat und für Bücher sind doch auch sicherlich begrenz oder?

    LG..starone...

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  2. Hallo starone :)

    ja, das mit den Preisen ist echt heftig, vor allen bei Jugendbüchern. Das Buch hier ist aber eher mit der Zielgruppe Erwachsene zu sehen. Trotzdem ist das wirklich sehr viel Geld, was man heute für ein Buch zahlen muss...

    Ich kaufe mir hauptsächlich nur gebrauchte Bücher bei Medimops.de, rebuy.de oder bei arvelle.de ;) da kann man für 100 € schon sehr sehr viele Bücher kaufen und mit denen ist man dann auch eine Weile beschäftigt. Deshalb habe ich noch ein ganzes Regal voll ungelesener Bücher. Dazu kommen die ganzen Rezensionsexemplare, die ich von den Verlagen kostenlos zur Verfügung gestellt bekomme. :) Das ist wirklich sehr nett von den Verlagen!
    Das Fazit ist also, ich kaufe mir kaum ganz neue Bücher mit diesem horrenden Preis, sondern fast nur gebrauchte Exemplare, die deutlich billiger sind. :)

    LG Larissa

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  3. Hallo Larissa,

    O.K. klar, wenn Du immer wieder mal Rezensionexemplar gerade für neue Bücher bekommt, bist Du da fein raus. Und trotzdem immer top so.

    Denn ich kenne viele Jugendliche, die an den Buchpreisen wirklich zu knabbern haben.

    Du als Bloggerin hast jetzt zumindest den Vorteil der Reziexemplare, aber ich denke mir da streckt auch ganz schöner Stress dahinter oder?
    Dauert muss man was neues anbieten!
    LG..starone...


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Larissa