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Kostprobe gefällig? Leseprobe aus meinem aktuellen Manuskript

Hallo ihr Lieben :)

heute möchte ich euch wieder etwas aus meiner Feder zeigen. Nur Rezensionen wären ja auch langweilig ;-)!

Diese Szene stammt aus meinem aktuellen Manuskript mit dem Arbeitstitel BP 2 (Big Project 2). Es ist ein Fantasyroman, der an zwei verschiedenen Orten spielt - zum einen auf der Erde und der andere Ort ist auf einem anderen Planeten. Welcher das ist, verrate ich euch aber nicht, sonst wäre ja ein Teil der Überraschung dahin :-D. Das Manuskript ist noch nicht einmal annähernd fertig gestellt, trotzdem möchte ich euch gerne etwas teilhaben lassen. Ich hoffe, dass ich mich in Zukunft mit diesem Manuskript bei Literaturagenturen vorstellen kann, in der Hoffnung auf einen Vertrag.
Also bin ich weder Profi noch Autor, sondern nur eine kleine Hobbyautorin, die sich aber eine Veröffentlichung als Ziel gesetzt hat. :-)

So, genug geschwafelt, jetzt dürft ihr euch zurücklehnen und euch in meine Fantasywelt entführen lassen, und ich hoffe, dass ihr an ihr Gefallen findet! :-) Kommentare sind natürlich erwünscht.


Szene aus "BP2" von Larissa Wolf:

"Dunkelheit umgab mich. Die Schlangen wickelten sich schmerzhaft um meinen Unterarm, gruben ihre Fänge in die menschliche Haut. Das Gift ihrer Zähne drang in meine Blutbahn und verbreitete sich mit jedem einzelnen Herzschlag weiter im Körper. In diesem allzu schwachen Körper, einst eine Hülle für Macht und Magie. Ein paar gemurmelte altenglische Worte brachten meine Lippen zum Beben. Inzwischen hatte das Gift mein Herz erreicht, es fühlte sich an, als hätte eine Katze ihre Krallen hinein geschlagen. Trauer schmeckte bitter auf meiner Zunge, die schon lange keine Feuchtigkeit mehr gespürt hatte. Ich schluckte, versuchte den festsitzenden Kloß herunter zu würgen. 
Meine Finger gruben sich wie Klauen in meinen Hals. Zu lange war es schon her. So viele Jahre waren seit dem letzten Mal vergangen, dass es nun an der Zeit war, den Zauber zu erneuern. Der Spiegel stand vor mir. Kalte, schwarze Augen starrten mich an, das dunkle Haar stand in wirren Strähnen vom Kopf ab. Falten zogen sich immer tiefer in meine Haut, fraßen mir mein jugendliches Aussehen weg. Voller Panik fuhr ich die Linien nach, die sich an meinen Augen, meiner Stirn und auch an meinem Mund gebildet hatten. Zweihundert. Zweihundert Jahre hielt der Zauber lediglich. Zweihundert Jahre, um diesem Ende zu entgehen! Ich kannte die Warnungen. Mein Sohn hatte es mir oft genug einzubläuen versucht. Trotzdem hoffte ich auf weitere zweihundert Jahre. Zweihundert Jahre mehr, zweihundert Jahre für mich! Mit jeder Stunde, jedem Tag alterte meine Haut stärker, passte sich meinem wahren Alter an. Ich begriff, dass es Zeit wurde. Mir blieb nicht mehr lang. Ein Schnipsen der Finger und der Spiegel war verschwunden. Stattdessen stand ich im Tempel, wo mein Sohn sich aufhielt.
Der Wind der Zeit brachte meine Gewänder zum flattern, meine Augen verengten sich und begannen leicht zu brennen. So war es jedes Mal, wenn ich zauberte. Ich konnte spüren, wie die Zeit versuchte, meiner habhaft zu werden! Sie wusste instinktiv, dass ich nicht in dieses Leben gehörte. Meine eigentliche Zeit war schon lange abgelaufen, darum wollte sie mich holen. Sie wollte mich zu dem machen, vor dem ich mich so sehr ängstigte: Vergangenheit. Nichts konnte schlimmer sein, als vergangen zu sein. Vergessen und vorbei! Ich hob langsam die Hand, um die letzten Luftzüge des Zeitenwindes zu spüren, bevor er endlich verebbte. Als die Luftströme durch meine Finger glitten, erinnerte ich mich daran, wie schnell jeder einzelne Moment durch meine Hände rann. "


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Larissa