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Rezension: Bob, der Streuner von James Bowen

Titel: Bob, der Streuner
Autor: James Bowen
Reihe: A Streetcat Named Bob, Band 1
Seiten: 252
Preis: 8,99 €
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-40460693-1
Erscheinungsdatum: Juli 2013
Originaltitel: A Streetcat Named Bob






Klappentext:

Die komische und manchmal abenteuerliche Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft

Als James Bowen den verwahrlosten Kater vor seiner Wohnungstür fand, hätte man kaum sagen können, wem von beiden es schlechter ging. James schlug sich als Straßenmusiker durch, er hatte eine harte Zeit auf der Straße hinter sich. Aber dem abgemagerten, jämmerlich maunzenden Kater konnte er einfach nicht widerstehen, er nahm ihn auf, pflegte ihn gesund und ließ ihn wieder laufen. Doch Bob war anders als andere Katzen. Er liebte seinen neuen Freund mehr als die Freiheit und blieb. Heute sind sie eine stadtbekannte Tradition, ihre Freundschaft geht Tausenden zu Herzen ...


Erster Satz:

"Das Glück liegt auf der Straße", sagt ein Sprichwort.

Meine Meinung:

Es war abends, als ich bei Amazon die Neuerscheinungen durch sah. Da stieß ich auf ein Buch, das mich sofort in seinen Bann zog und mich allein schon durch den Klappentext berührte! Es war die Geschichte von Bob, einem Kater und seinem Herrchen James Bowen, ein Straßenmusiker auf Drogenentzug.

Ein ungewöhnliches aber sehr sympathisches Paar, wie ich bald feststellte. Im nächsten Buchladen stieß ich dann wieder auf das Buch mit diesem wunderschönen Cover und sofort kaufte ich es mir. Ich lese sehr gerne solche Geschichten, besonders wenn es dabei natürlich ein Happy End gibt! Auf dem Cover könnt ihr Bob sehen, wie er mit seinem Markenzeichen - dem Schal - auf dem Rucksack seines besten Freundes sitzt.

Die Geschichte von Bob und James beginnt traurig. James ist arm, gerade auf Heroinentzug und muss auf der Straße arbeiten, um überleben zu können. Schon seit er ein kleines Kind war, wuchs er mit Katzen auf und diese Liebe zu den anmutigen Tieren hat er auch in den schlimmsten Jahren seines Lebens nicht verloren. Eines Tages kam er nach Hause und vor seiner Wohnungstür saß ein abgemagerter und verletzter roter Kater, der traurig miaute und um Aufmerksamkeit rief. James ist sich anfangs nicht sicher, ob der Kater wirklich ein Streuner ist, denn er sitzt neuerdings immer vor der Tür seines Nachbars.
Doch als die Katze nun jeden Tag vor der Tür sitzt und sich keiner um das arme Tier zu kümmern schien, nahm sich James seiner an. Mit seinem letzten Geld brachte er den Kleinen zum Tierarzt und kaufte die Medikamente, um Bob, wie er ihn nannte, gesund pflegen zu können.

Morgana war auch sehr von dem Buch überzeugt, sodass sie mir beim Rezensieren geholfen hat ;-)

Schon hier wird deutlich, dass James Bowen ein herzensguter Mensch ist und ihn vor allem schlechte Entscheidungen und auch Unglück in die derzeitige Situation brachten. Nachdem sein Schützling wieder gesund und munter ist, lässt er ihn wieder frei. Doch der Kater scheint sich bei ihm sehr wohl zu fühlen, denn seitdem sind die beiden ein Herz und eine Seele!

Die Geschichte der beiden besteht aus Höhen und Tiefen, man erfährt auch die Hintergrundgeschichte James. Das ist einerseits sehr interessant, andererseits stimmt es mich als Leser aber auch sehr traurig. Insgesamt regt einen das Buch zum Nachdenken an, denn man erfährt, wie das Leben auf der Straße ist - ganz ungeschminkt und ehrlich. James ist keiner der jammert oder sich über seine Lebenssituation beschwert. Im Gegenteil, er versucht sie zu bessern, was ihn mit Bob an seiner Seite auch endlich gelingt!
Nachdenklich machte mich vor allem die Situationen auf der Straße. Es gibt viel Neid und Hass, denn durch Bob werden immer mehr Menschen auf James und seinen Kater aufmerksam. Das kommt nicht bei jedem gut an ...

"Sobald die Leute ihn entdeckten, hatten sie es plötzlich gar nicht mehr eilig. Es war, als bewirkte sein Anblick sofortigen Stressabbau. Bob brachte es innerhalb von Minuten fertig, ihr hektisches, einsames Leben mit etwas Wärme und Zuneigung aufzuhellen. Ich glaube, viele dieser Leute kauften mir eine Big Issue als Dankeschön für diesen magischen Moment mit Bob ab." S. 192

Die Kritik an diesem Buch kann ich gar nicht nachvollziehen! Es wird darüber gewettert, dass der Schreibstil sehr einfach ist. Na und? Jeder der diesen Kritikpunkt anbringt, hat die Geschichte nicht richtig gelesen bzw. nicht verstanden. James Bowen ist kein Schriftsteller, kein Poet und kein Studierter sondern er lebt von seinen kleinen Einnahmen auf der Straße! James zwingt den Kater niemals zu etwas, im Gegenteil: der Kater ist ihm gefolgt, als er sich zur Arbeit aufmachte. Also hat er beschlossen ihn mitzunehmen, sollte Bob es wollen. :-)

Trotz des einfacheren Schreibstils schafft es James Bowen, den Leser an der Beziehung der beiden teilzuhaben und seine Liebe zu Bob zu spüren! In jedem Satz habe ich diese tiefe Verbundenheit zwischen den Beiden gespürt, die mich nach dem Beenden des Buches zu Tränen gerührt hat. James will für seinen Kater nur das Beste und das habe ich auch gemerkt.


Das Buch ist nicht nur für Katzenbesitzer eine wunderbare Lektüre. Ich glaube es kann auch sehr viel mehr Menschen berühren, wenn sie von der Geschichte erfahren. Wie gesagt, es stimmt einen nachdenklich. Besonders wenn es um den Umgang mit Obdachlosen und anderen Menschen auf der Straße geht. Das Buch zeigt dem Leser, das man seine eigene Einstellung zu solchen Leuten überdenken sollte. Schon ein freundliches Lächeln kann zeigen, dass sie für die restliche Welt nicht unsichtbar sind!

"Bob hatte mir wieder ein Gesicht gegeben. Bevor er zu mir kam, war ich Abschaum gewesen. Dank ihm war ich plötzlich wieder ein Teil der Gesellschaft. Ein Mensch wie jeder andere." S. 86

Ich hätte noch gerne mehr über die beiden gelesen, die mir währenddessen sehr ans Herz gewachsen sind. Gut, dass es schon einen zweiten Teil gibt! Gerne hätte ich mir auch ein paar Bilder im Innenteil gewünscht.
So einen Kater wie Bob gibt es wohl nur einmal auf der Welt! :-) Ich könnte echt noch ewig über dieses Buch reden ...

Mein Fazit:

Es handelt sich um eine berührende Geschichte eines Straßenmusikers und einem zugelaufenen Kater, die zu einem unzertrennlichen und außergewöhnlichen Paar werden! Das Buch besitzt eine eigene Magie und hat mich als Leser so überzeugt, dass ich noch lange darüber nachgedacht habe. Ich werde mir auch den zweiten Teil auf Englisch kaufen, der die weitere Geschichte der beiden behandelt. Lasst euch von diesem Buch einfangen und ihr werdet von Bob und James bestimmt nicht mehr so einfach loskommen. :)
Wenn ihr noch unsicher seid, schaut euch einfach das Video unten an. 



Zum Autor:

James Bowen lebt in London. Er fand Bob, den Streuner, im Frühling 2007. Seitdem sind die beiden Freunde unzertrennlich.
(Quelle: Bastei Lübbe)

Kommentare:

  1. Hallo Larissa,

    coole Geschichte wie ein Katze einen jungen Mann von der Strasse wegbringt und somit sein Leben verändert..

    LG..Karin..

    PS: Noch eine schöne Woche

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  2. Hallo Larissa,

    also ich habe mir dazu den TV-Bericht angeschaut.
    Was schon interessant wie dieser Kater den jungen Mann positiv verändert hat.

    Hast Du den Bericht vielleicht auch gesehen?

    LG..Karin..

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  3. Hallo Karin :)

    Sorry, dass ich erst jetzt antworte. Habe zurzeit einen Intensivsprachkurs Französisch an der Uni ;-).
    Nein, den Bericht habe ich leider nicht gesehen. Aber die Geschichte der beiden ist wirklich sehr berührend, besonders wenn man dann nicht nur Wort vor sich hat, sondern auch Videos und Bilder!

    LG

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Alles Liebe,
Larissa