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Rezension: Der Fluch der falschen Frage von Lemony Snicket

Titel: Der Fluch der falschen Frage
Autor: Lemony Snicket
Reihe: Meine rätselhaften Lehrjahre, Band 1
Seiten: 219
Preis: 10,00 €
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31274-0
Erscheinungsdatum: September 2013
Originaltitel: Who Could That Be At This Hour?

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Klappentext: 


Wer kann das so spät noch sein?

Ein junger Detektiv, ein mysteriöser Diebstahl und immer die falsche Frage: Der skurrilste Fall aller Zeiten!
Lemony Snicket, der den Leser schon öfter an der Nase herumgeführt hat, ist wirklich nicht zu trauen. In seiner neuen Reihe von Detekivromanen erzählt er erstmals seine eigene Geschichte. Oder gibt er dies nur vor? Und treibt ein höchst raffiniertes und vergnügliches Verwirrspiel mit uns, wenn er uns in seine Kindheit entführt? Alles beginnt in einer verwunschenen Stadt am Meer. Hier soll der junge Lemony Snicket zusammen mit S. Theodora Markson, einer eigentlich mehr als lausigen Detektivin, den omniösen Diebstahl einer noch omniöseren Statue aufklären. Als er mit seinen Nachforschungen beginnt, muss er aber leider erkennen, dass er immer die falschen Fragen stellt. Aber vielleicht sind es gerade diese Fragen, die ihn auf die richtige Spur führen?

Erster Satz:

Eine Stadt war im Spiel, und ein Mädchen war im Spiel und ein Diebstahl.

Meine Meinung:

Als ich das Buch das erste Mal in den Händen hielt, dachte ich: Ok?! Ist das jetzt ein Kinderbuch oder was?
Denn ich finde, dass das Cover sehr stark an ein Kinderbuch erinnert. Aber auch nach dem Lesen bin ich mir unsicher, in welche Kategorie ich das Buch einordnen soll...

Wie man schon am ersten Satz sieht, ist der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig und nicht immer ganz verständlich, deshalb kann es vorkommen, dass man Sätze mehrmals lesen muss. Besonders der Anfang war sehr verwirrend, da man sofort in die Geschichte geworfen wurde und das ohne irgendwelches Wissen! Diese Taktik an sich ist ja nicht schlecht, aber schon zu Beginn gab es viele offene Fragen, die auch am Ende noch unbeantwortet blieben. Es fehlt einfach an Vorgeschichte, damit man die Handlung in diesem Roman perfekt verstehen könnte. Aber vielleicht ist dies auch genau so gewollt?!


"Zu jedem Rätsel gibt es eine Geschichte, und solche Geschichten beginnen für gewöhnlich mit einer Spur." S. 213

Mit den Charakteren konnte ich mich zu Beginn nicht wirklich anfreunden, sie waren entweder ziemlich verrückt oder seltsam und nervig. Ab Seite 50 bessert sich das aber, denn die anstrengenden Charaktere treten ab jetzt mehr in den Hintergrund, wie beispielsweise Lemonys Mentorin, Theodora. Die ging mir schon ziemlich auf den Geist! ;-)
Besonders gut haben mir die beiden Mädchen, die Lemony bei seinen Nachforschungen kennenlernt, und die beiden Brüder Boing und Quietsch gefallen. Aber auch diese Charaktere sind nicht ganz normal, die Brüder sind noch junge Kinder, die zusammen ein Taxi fahren (einer lenkt, der andere drückt die Pedale) und immer auf der Suche nach neuen Buchtipps sind.

Die Spannung steigt an, denn es werden immer mehr Fragen aufgeworfen, die den Fall immer kurioser machen. Wenn man aber aufmerksam liest, bekommt man schon vorher einige Hinweise geliefert, die dem Leser bei der Lösung des Falls helfen. So langsam beginnt man das Chaos zu durchschauen und vieles beginnt klar zu werden.

Mit dem Ende des Buches ist der Fall aber leider noch nicht abgeschlossen, sodass man auf den nächsten Band warten muss, um endlich zu erfahren, was es mit dieser Statue auf sich hat. Mir hätte es allerdings besser gefallen, wenn das Buch in sich abgeschlossen gewesen wäre...
Außerdem hat mich das Ende des Buches gar nicht überzogen: Man fiebert mit jeder Seite der Auflösung entgegen, reimt sich eigene Motive zusammen und dann wird ein Teil des Falls plötzlich innerhalb von wenigen, von Lemony nacherzählten (!) Sätzen abgehandelt. Hier kam ich mir irgendwie hintergangen vor! Es gibt weder eine Erklärung, wie er plötzlich auf die Auflösung gekommen ist, noch ist der Leser wirklich daran beteiligt.

Auf dem Klappentext gibt es ein Zitat des "The Boston Globe", in dem das Buch als witzig dargestellt wird. Leider konnte ich dem überhaupt nicht zustimmen, denn durch den seltsamen Schreibstil und dem ganzen Chaos ist man eher am Stirn runzeln statt am Lachen! 
Trotzdem lässt sich das Buch aufgrund der wenigen und recht groß beschriebenen Seiten sehr schnell an einem Mittag durchlesen. Und im Nachhinein muss ich dem Buch aber doch einen gewissen eigenen Charme zugestehen, denn es hat mich trotzdem unterhalten und ich werde auch den nächsten Teil lesen.
Trotz aller Verwirrung und allem Chaos.

Mein Fazit:

Ein seltsames und doch unterhaltendes Buch, ob Kinderbuch oder nicht, mit skurrilen Charakteren und vielen offenen Fragen! Wer sich an dem Schreibstil nicht stört, wird hier vielleicht seinen Spaß haben, denn an sich finde ich schon, dass das Buch interessant und spannend ist. Leider hat das Buch aber auch einige Schwächen, ob gewollt oder nicht, bin ich mir nicht sicher. Denn wer weiß schon, ob man Lemony Snicket ganz trauen darf?! ;-)

Zum Autor:

Lemony Snicket hat eine eher verwirrende Jugend gehabt und dann eine ungewöhnliche Ausbildung genossen, worauf eine verzweifelte Zeit als Erwachsener folgte. Seine früheren Berichte und Forschungen wurden zusammengetragen und als Bücher veröffentlicht, unter anderem in der Serie "Eine Reihe betrüblicher Ereignisse". "Meine rätselhaften Lehrjahre" ist seine erste autorisierte Autobiographie.
(Quelle: Goldmann)


Vielen Dank an Goldmann für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Kommentare:

  1. Hallo Larissa,

    schön das Du jetzt wieder da bist.
    Schon etwas ungewöhnlich das Cover oder? Genau wie das Buch bzw. die Geschichte dazu.

    LG..Karin..

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  2. Hallo Karin :-)

    Ja, ich finde das Cover schon sehr Kinderbuch-mäßig oder? Aber du hast vollkommen Recht, das schräge Cover passt zur schrägen Geschichte :-D!

    Eine schöne Woche noch!
    LG

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Larissa