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Rezension: Die gestohlene Zeit von Heike Eva Schmidt

Titel: Die gestohlene Zeit
Autor: Heike Eva Schmidt
Reihe: -
Seiten: 445
Preis: 12,99 €
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-51311-8
Erscheinungsdatum: Oktober 2013
Originaltitel: -

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Klappentext:


Ein kostbarer Ring,
Eine alte Legende und
Ein grausamer Fluch

Sommer 1987: Im berühmten Rosengarten-Massiv der Dolomiten findet die Studentin Emma einen geheimnisvollen Ring, nicht ahnend, dass er dem sagenhaften Zwergenkönig Laurin gehört. Zwei Mitreisende, die sie beobachtet haben, nehmen den Ring an sich und flüchten. Emma bleibt benommen zurück, als sich in der Dämmerung die Steine um sie herum in einen Garten voller blutroter Rosen verwandeln - und eine Horde Zwerge auftaucht, die sie in das unterirdische Reich von König Laurin verschleppen. Für Emma beginnt ein Kampf um ihre Freiheit, und nur der geheimnisvolle Menschenjunge Jonathan, ebenfalls ein Gefangener des Königs, kann ihr noch helfen ...

Erster Satz:

Sie kamen.

Meine Meinung:

Das Buch sieht einfach toll aus! Eine Art Uhr, die in kleine Goldsplitter zerfällt, ziert das Cover, das ansonsten ganz schwarz gehalten ist. Auch die Schrift ist in dieser Goldfolie gestaltet. Je nach Lichteinfall schimmert sie in den verschiedenen Farben des Regenbogens. Das hat mich immerzu an Laurins Rosengarten erinnert, den man nur in der Dämmerung sehen kann und in dem es in dem Buch geht. Also ist das Cover perfekt zur Geschichte gestaltet, denn die zerfallende Uhr spielt auch eine wichtige Rolle...

Es handelt sich um eine Art von Zeitreiseroman, Fantasy und Liebesgeschichte. Die Geschichte beginnt mit einem märchenhaften Einstieg. Hier schafft es die Autorin die Sprachart von Märchen und Legenden perfekt einzufangen und ihr Leben einzuhauchen. Insgesamt hat jeder Charakter seine eigene Sprachart, die sehr durchdacht und authentisch ist. Beispielsweise drückt sich der Zwergenkönig anders aus als Emma, die in den 60ern geboren ist.


"Danach hatte ich mir geschworen, mich erst nach dem Studium das nächste Mal zu verlieben. Ich wollte einen richtig guten Typen. Sanft und stark, gutaussehend, aber nicht eingebildet. Selbstsicher, aber nicht arrogant.
Und jetzt? Drohte die Zwangsehe mit einem Zwerg, der mir gerade bis über den Bauchnabel reichte, zum Davonlaufen aussah und roh wie ein Zwiebelmettbrötchen, das ein Teilnehmer der Tour de France zudem noch zwei Stunden lang unter den Arm geklemmt mit sich herumgetragen hatte." S. 77

Emma und später auch Jonathan sind tolle Protagonisten! Sie wirken sehr realistisch und man kann sich gut mit ihnen identifizieren. Emma ist Studentin, wohingegen Jonathan schon einige Zeit in der Gefangenschaft der Zwerge lebt... Was mir an den anderen Charakteren wie der Widersacher Udo aber nicht gefallen hat, dass gerade die Bösewichte charakterlich eher flach bleiben. Sie sind einfach durchtrieben und böse, mehr nicht. Ich glaube aber, dass jeder Mensch mehrere Facetten seiner Persönlichkeit hat und Böse nicht schon immer böse waren, sondern dass es Gründe dafür gibt. Udo hingegen war einfach nur böse und widerlich, Laurin (der Zwergenkönig) hingegen war da schon tiefgründiger.

Im Gegensatz dazu waren die Protagonisten sehr gelungen und Jonathans Verhalten, wenn er mit den technischen Errungenschaften des 20/21. Jhd. konfrontiert wird, einfach zu süß! Ich musste bei diesen Szenen dauernd grinsen. :-) 
In einer Szene hat mir Emma allerdings gar nicht gefallen: Es kam zu einem Kampf zwischen ihren Gegnern und was macht Emma? Sie steht dumm da und sieht ihnen zu, anstatt abzuhauen oder irgendwie einzugreifen. Stattdessen beschreibt sie dem Leser detailliert wer wen schlägt etc.

Die Geschichte war spannend und sehr interessant, da es unerwartete Wendungen gab, die das Geschehen in ganz andere Richtungen laufen ließen. Historik, Fantasy, Gegenwart, Spannung und Liebe.... was will frau mehr?! Mir hat die Handlung jedenfalls sehr gefallen, da sie abwechslungsreich war und von jedem Aspekt Teile miteinbezogen wurden. D.h. es handelt sich weder um einen reinen Liebes-, noch um einen reinen Fantasyroman!

Der Roman besitzt ein schönes, kein allzu kitschiges Ende - auch hier gibt es ein paar unerwartete Wendungen, die dem Happy End den möglichen Kitsch nehmen und es realistischer machen. 

Mein Fazit:

Ein toller Zeitreise-, Fantasy-, Liebesroman einer deutschen Autorin! Liebevoll gestaltete Protagonisten, aber leider auch oft etwas zu flache Gegenspieler. Den Leser erwartet eine spannende Handlung, einige überraschende Wendungen und ein schönes, nicht zu kitschiges Happy End. Das Buch hat mir gut gefallen und ich kann es jedem nur empfehlen!

Zur Autorin:

Heike Eva Schmidt wurde in Bamberg geboren und lebt heute im Süden Münchens. Nach ihrem Studium wurde sie zunächst Journalistin und schrieb unter anderem für Radio, Fernsehen und Zeitschriften. Inzwischen arbeitet sie als freie Drehbuchautorin. 2010 verwirklichte sie schließlich ihren Kindheitstraum: Romane zu schreiben.
(Quelle: Knaur)


Vielen Dank an Knaur für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Kommentare:

  1. Hallo Larissa,

    mir kam das Buch gleich so bekannt vor, denn ich habe es durch eine Blogtour kennen gelernt., Du vielleicht auch? Ja, Blogtouren sind z.Z. immer noch der Renner..

    LG..Karin..

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  2. Hallo Karin!

    Ich habe das Buch vorher gar nicht gekannt, da ich Blogtouren nicht so sehr verfolge.. :-)
    Sollte ich vielleicht doch mal tun.

    Liebe Grüße

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Alles Liebe,
Larissa