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Rezension: In dieser ganz besonderen Nacht von Nicole C. Vosseler

Titel: In dieser ganz besonderen Nacht
Autor: Nicole C. Vosseler
Reihe: -
Seiten: 576
Preis: 18,99 €
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-15534-9
Erscheinungsdatum: Februar 2013
Originaltitel: -





Klappentext: 

"Eingehüllt in das sanfte Strömen von Dunst und Nebel, in seinen Duft nach grünem Moos und sonnengetrocknetem Treibholz, schloss ich die Augen und ließ mich von dem zarten Lufthauch seiner Finger in den Schlaf streicheln."

Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber, die in einer deutschen Kleinstadt gelebt hat, nach San Francisco ziehen - zu ihrem Vater, den sie kaum kennt. Er ist ihr ebenso fremd wie die neue Stadt. Ein leer stehendes Haus wird zu ihrem Zufluchtsort. Dort begegnet sie eines Abends Nathaniel, einem seltsam gekleideten Junger. Er scheint der Einzige zu sein, der sie versteht. Aber er bleibt merkwürdig auf Distanz. Als Amber den Grund dafür erfährt, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg: Nathaniel stammt aus einer anderen Zeit und die beiden können niemals zusammenkommen. Doch in einer ganz besonderen Nacht versuchen die beiden das Unmögliche ...


Erster Satz:

"Wenn man stirbt, so heißt es, zieht das ganze Leben an einem vorbei."

Meine Meinung:

Die vielen sehr positiven Rezensionen auf Amazon haben mich enthusiastisch in den Buchhandel marschieren und das Buch kaufen lassen. Es hat ein wunderschönes Cover, ein richtiges Goldstück! Leider habe ich mich von diesem Eindruck blenden lassen, denn ich konnte mich so gut wie gar nicht mit der Geschichte und den Charakteren anfreunden...

Der Anfang war sehr schleppend und teilweise schon richtig langweilig, sodass es mir sehr schwer gefallen ist, in die Geschichte hineinzufinden. Dazu kommt, dass ich mit dem Schreibstil der Autorin überhaupt nicht zurechtgekommen bin: sie benutzt teilweise ziemlich lange Sätze, mit vielen Kommas und Nebensätzen. Manchmal benutzt die Autorin Begriffe aus den Dialekten (z.B. "schoppte", "wurschteln") und der Jugendsprache, was mich jedes Mal aus dem Lesefluss gerissen hat und ich überlegt habe, was beispielsweise "schoppte" bedeuten soll...
Auch die Satzstellung kam mir manchmal komisch vor und ich bin beim Lesen richtig über diese Stellen gestolpert, weil sie mir einfach total komisch vorkamen. 

Ein großer Kritikpunkt sind die ausufernden Beschreibungen! Jeder Ort, jeder Raum wird detailliert beschrieben, obwohl es für die Handlung unwichtig ist, ob die Wandfarbe rot oder blau ist! Das Buch wäre wirklich um einiges kürzer, wenn die unnötigen Beschreibungen weggestrichen worden wären. An manchen Stellen aber passt die starke Beschreibung wiederum sehr gut, besonders wenn die Autorin San Francisco vor dem Augen des Lesers erschafft. Es wird sehr deutlich, dass die Autorin den Leser an ihrem Kopfkino teilhaben lassen möchte, aber an manchen Stellen sollte man aber dem Leser eigene Kreativität zutrauen....

Die Geschichte konnte mich leider sehr, sehr lange nicht in ihren Bann ziehen. Es gab keine Spannung, die mich irgendwie gefesselt hätte, noch haben es mir die Charaktere angetan. Ich habe wirklich sehr lange für das Buch gebraucht, weil ich es wochenlang beiseite gelegt habe, weil einfach die Lust weiterzulesen gefehlt hat. Ich hätte es sogar abgebrochen, wenn es mir um das Geld nicht zu schade gewesen wäre...

Amber fand ich als Charakter unreif, kindlich und teilweise egoistisch. Besonders ihr Umgang mit ihrem Vater, der sich wirklich die größte Mühe gegeben hat, ist nicht schön anzuschauen. Auch die "Liebesbeziehung" zu Nathaniel konnte mich null fesseln, obwohl jeder meiner Blogleser weiß, dass ich für Liebesgeschichten immer zu begeistern bin! Aber ich fand das Ganze zwischen Amber und Nathaniel lange Zeit unglaubwürdig, da man als Leser vielleicht höchstens vier Szenen mit beiden erlebt und schon behauptet Amber, sie sei unsterblich in ihn verliebt. Es gibt so gut wie keine Annäherungsphase!! Sie lernen sich kennen, reden ein wenig und schwupps - schon ist sie verliebt und würde alles für ihn tun. Und das ganze passiert innerhalb weniger Seiten!

Obwohl ich sehr oft, sehr nah am Aufgeben war, habe ich mich weiter durch das Buch gequält und plötzlich geschah das unerwartete! Die letzten 100 Seiten (von fast 600!!) wurden spannend, emotional und fesselnd! Ich konnte es gar nicht glauben, dieser Abschnitt war der einzige des gesamten Buches, der mir gefallen hat und fast hätte ich schon davor abgebrochen. Da Ende an sich, ahnt der erfahrene Jugendfantasyleser zwar schon lange im Voraus, aber das hat das Happy End nicht geschmälert. Mir standen bei diesen letzten Seiten sogar die Tränen in den Augen, obwohl mich der Rest des Buches nur wütend gemacht hat!

Mein Fazit:

Hätte man VIELES gekürzt, wäre das Buch um einiges besser geworden. Leider stören die extremen Beschreibungsorgien der Autorin, die nicht so sympathische Protagonistin und die gähnende Langeweile und fehlende Spannung die Lesefreude. Fast hätte ich das Buch abgebrochen, trotzdem habe ich mich durchgequält und wurde mit den letzten 100 Seiten belohnt! Denn diese waren emotional, spannend und fesselnd. Trotzdem kann ich das Buch nicht empfehlen.

Zur Autorin:

Nicole C. Vosseler, geboren in Villingen-Schwenningen, studierte Literaturwissenschaft und Psychologie in Tübingen und Konstanz, bevor sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Mit ihren Romanen für Erwachsene "Unter dem Safranmond", "Sterne über Sansibar" und "Der Himmel über Darjeeling" feierte sie große Erfolge. Die Autorin lebt am Bodensee - mit knapp zweitausend Büchern unter einem Dach.
(Quelle: cbj)

Kommentare:

  1. Hallo Larissa,

    nun von dieser Autorin habe ich ohnehin noch nichts so gelesen und ich glaube, dann Deiner Rezi
    bleibt das auch so.

    LG..Karin..

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  2. Hallo Karin :-)

    das mit dem Buch ist echt schwierig, bei Amazon hat es fast nur gute Bewertungen... aber mir hat es gar nicht gefallen. Ich weiß, dass die Autorin noch Erwachsenenromane schreibt (ich glaube Historische), aber bisher habe ich von ihr auch noch nichts anderes gelesen... und das wird wohl auch so bleiben.

    Ein schönen Sonntag noch und liebe Grüße!

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Alles Liebe,
Larissa