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Rezension: Die geheime Braut von Brigitte Riebe

Titel: Die geheime Braut
Autor: Brigitte Riebe
Reihe: -
Seiten: 445
Preis: 19,99 €
Verlag: Diana
ISBN: 978-3-453-29134-8
Erscheinungsdatum: Oktober 2013
Originaltitel: -

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Klappentext:

Die dunkle Geschichte eines Meisterwerks

Wittenberg 1528: Bettelarm verschlägt es die ehemalige Nonne Susanna in die Lutherstadt. Dort trifft sie den Maler Jan aus der Werkstatt von Lucas Cranach, der drei junge Frauen nackt porträtieren soll. Doch kaum ist der erste der Grazien gemalt, wird sie tot aufgefunden. Eine zweite Frau steht Modell und wird lebendig begraben. Susanna, längst in Jan verliebt, bietet sich als Lockvogel an - mit verhängnisvollen Folgen ...


Erster Satz:

Bloß keine Angst.

Meine Meinung:

Ich liebe spannende historische Romane, die sich um bestimmte Gemälde und deren Entstehung drehen! Das ist nämlich auch hier der Fall, denn es geht um das Bild der "Drei Grazien" von dem deutschen Maler Lucas Cranach. Das Gemälde selbst kannte ich vorher noch nicht, aber dafür wusste ich nach dem Buch wesentlich mehr über das Bild und den Maler (auch wenn natürlich die Entstehungsgeschichte fiktiv ist).

Es geht um die ehemalige Nonne Susanna, die zusammen mit ihrer Freundin nach Wittenberg kommt. Wittenberg wird auch die Lutherstadt genannt, denn dort wohnte der ehemalige Mönch Luther, der sich gegen die katholische Kirche auflehnte und sie reformierte. Im Roman selbst, findet man sich einige Jahre nach seinem Thesenanschlag wieder. Trotzdem hat Luther eine Rolle in der Geschichte um das Meisterwerk und so erfährt man auch vieles über ihn und seine Familie. Keine Sorge, es wird hier aber nur sehr selten auf das Theologische dabei eingegangen! Man erhält aber eine interessante Blickweise auf die Person Luther, die mich - wenn ich ehrlich bin - davor nie besonders interessiert hat. Das ist jetzt anders!

Brigitte Riebe, Historikerin, schafft es mit diesem Roman Geschichte lebendig und spannend zu erzählen! Man fühlt sich nicht wirklich in eine andere Zeit versetzt, sondern ist sofort Teil der Handlung. Das geschieht besonders durch die authentischen Charaktere.

Susanna ist eine etwas ruhigere Person, die anfangs zurückhaltend und schüchtern war. Das hat sich aber Gott sei Dank im Laufe der Handlung geändert und sie wurde zu einer starken Frau, die für ihre Liebe kämpft. Ein anderer Charakter, der mir besonders gefallen hat, war der Maler und Herzensbrecher Jan. Er arbeitet in der Werkstatt des Lucas Cranach und soll für diesen die drei Grazien malen.
Wie man natürlich erkennt, gibt es eine Liebesgeschichte, die den Leser erwartet. Leider war sie eher zweitrangig, denn das Hauptaugenmerk lag auf den Krimi-Elementen des Romans.

Der Krimi innerhalb des Romans war sehr gut durchdacht und geplant, der Leser wird dauernd an der Nase herumgeführt, was natürlich die Spannung erhöht. Man glaubt sich lange in seinen Vermutungen bestätigt, doch ob sie auch am Ende bestandhalten, muss der Leser schon selbst herausfinden! Es werden immer mehr Ungereimtheiten deutlich, die nicht so recht zu dieser oder jener Vermutung passen. Das erhöht die Spannung nur noch mehr.

Das ganze Buch fiebert also auf die Auflösung der Kriminalgeschichte hin, aber leider konnte mich das Ende nicht wirklich überzeugen. Die Morde an den beiden Frauen, die zwei der Grazien darstellten, wurde innerhalb weniger Sätze aufgeklärt und auch die insgesamt Auflösung fand eher passiv als aktiv statt. Das Ende hat mich also leider enttäuscht, da ich viel mehr erwartet habe - immerhin dreht sich die Handlung hauptsächlich um die Morde....

Der Schreibstil hingegen hat mir sehr gefallen, sie war zwar an die damalige Zeit angepasst, aber erschien trotzdem noch modern und sehr angenehm. Ich war Teil dieser vergangenen Zeit und wollte sie am Ende gar nicht mehr verlassen, sondern immer mehr erfahren!
Am Ende des Romans gibt die Autorin dem interessierten Leser noch ein paar Literaturempfehlungen, so kann man sich selbstständig weiter informieren. Als Extra gibt es noch einige Seiten mit historischen Fakten und Erklärungen der Autorin. Das fand ich sehr gut, denn so erfährt man, was damals wirklich passierte und was nur fiktiv ist.

Mein Fazit:

Ein spannender historischer Roman, der sich mit der Geschichte des Meisterwerks "Die drei Grazien" befasst. Krimi und Liebesgeschichte in einem! Was will man als Leser mehr? Authentische Charaktere und ein schöner, angenehmer Schreibstil.
Leider war das Ende bzw. die Auflösung zu schnell abgehandelt. Deshalb gibt es nicht die volle Punktzahl.

Zur Autorin:

Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Zu ihren bekanntesten historischen Romanen zählen "Pforten der Nacht", die beiden erfolgreichen Jakobsweg-Romane "Straße der Sterne" und "Die Braut von Assisi" über das Leben des heiligen Franziskus. Und jetzt im Diana Taschenbuch: "die Pestmagd", ebenfalls ein neuer Roman von Brigitte Riebe über das verheerende Peststerben in Köln um 1540. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.
(Quelle: Diana)


Vielen Dank an Diana Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Kommentare:

  1. Historische Romane sind eigentlich nicht so meins, aber da du so begeistert bist, merke ich mir das Buch mal :)

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  2. Hallo Larissa,

    nun die Autorin ist keine unbekannte was historische Romane angeht .Kenne von ihr Feuer& Glas und die schöne Welserin. Mir gefällt der Schreibstil auch wirklich gut.

    Schönen Sonntag und LG..Karin..

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  3. @ Karin: Ja, ich habe auch noch ein paar andere Romane der Autorin, aber nur die historischen. :-) Bin schon gespannt, wie mir die gefallen werden!
    @ Binzi: Ich finde, bei diesem Buch fühlt man sich gar nicht so wirklich in die Vergangenheit zurückversetzt. Eben, weil auch der Schreibstil sehr "modern" ist. :-)

    Liebe Grüße

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Alles Liebe,
Larissa