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[Selfpublishing] Warum habe ich mich gegen einen Verlag entschieden?

Hallo ihr Lieben :-)

Heute möchte ich euch meine Entscheidung fürs Selbstveröffentlichen und gegen einen Verlag vorstellen.

Der Traum eines jeden Hobbyautoren ist es, irgendwann mit seinen Geschichten Geld zu verdienen - im Idealfall so viel, damit man keinen anderen Job mehr braucht. Auch ich habe diesen Traum, obwohl ich weiß, wie schwer das zu erreichen ist. Trotzdem will ich versuchen, meinen eigenen Weg zu gehen und meinen Traum, vom Schreiben leben zu können, zu erreichen.

Bis vor ein paar Monaten war ich noch jemand, der unbedingt bei einem Verlag veröffentlichen wollte. Aber dies hat sich inzwischen grundsätzlich geändert, denn ich habe viel darüber gelesen und konnte tiefer in die Materie eintauchen. 


In Deutschland ist es leider so, dass nur eine handvoll Autoren, die bei großen Verlagen unter Vertrag sind, genug Geld verdienen, um das Schreiben als einzigen Job zu haben. Traurig aber wahr! Besonders Jugendbuchautoren haben es hierzulande schwer.
Da mein großes Ziel aber das Geldverdienen als Autor ist, sieht das auf diesem Weg ziemlich schlecht aus. Es gibt so viele tolle Autoren, die grandiose Bücher schreiben und trotzdem einen Zweitjob brauchen, um die Rechnungen zu zahlen. Dazu kommt es, dass nicht jedes beim Verlag veröffentlichte Buch ein Verkaufsschlager wird - je nachdem, wie viel Werbung dafür gemacht wird, wie es in den Läden platziert ist etc.
Also selbst, wenn ein Autor einen Verlagsvertrag bei den richtig Großen bekommt, zieht er damit nicht automatisch das Ticket ins Paradies. Denn wenn ein Buch sich nach drei Monaten nicht besonders verkauft, sieht man es schon seltener in den Läden und die Abwärtsspirale beginnt. Dabei ist das nicht mal unbedingt die Schuld des Autors, sondern es können diverse andere Gründe eine bestimmende Rolle spielen.

Nach den diversen Artikeln, Erfahrungsberichten und Co. die ich gelesen hatte, war ich ziemlich ernüchtert. Klar, man weiß, dass nicht jeder einen Vertrag wie J. K. Rowling oder Stephenie Meyer bekommt, aber dass es so kläglich ist, ist wirklich traurig. Zudem man das Geld ja nicht monatlich sondern in einem Betrag erhält und davon mehrer Monate über die Runden kommen muss, bis eben ein neues Manuskript an den Verlag verkauft wurde.

Somit bin ich dann auf Selfpublishing aufmerksam geworden und da ich auf meinem Blog schon diverse Autoren aus diesem Bereich kennenlernen durfte, weiß ich, dass dies eine tolle Möglichkeit ist.
Man muss hier zwar sehr viel mehr arbeiten, als bei einem Verlagsvertrag, aber dafür erhält man auch um Längen mehr Gewinn vom eigenen Buch.

Amazon konnte mich mit seinen Programmen Kindle Direct Publishing (KDP) und Createspace (CS) sofort überzeugen, denn hier kann jeder seine Werke kostenlos hochladen und verkaufen. Vom Verkaufspreis erhält man 70 % Gehalt (aber nur, wenn der Preis nicht unter 2,99 € liegt), im Vergleich zum Verlag: max. 10% bei Taschenbüchern, was teilweise nicht mal ganz 50 Cents macht.

KDP vertreibt die eBooks und über CS kann man sogar die Taschenbuchversion seines Romans verkaufen und das für einen ganz normalen Preis! Natürlich bedeutet das alles nicht, dass jeder Millionen darüber verdient, aber es gibt tatsächlich mehrere deutsche Autoren, die durch Selfpublishing auf Amazon mehrere hundertausend Exemplare verkauft und somit über eine Millionen Euro verdient haben (Beispiel: Marah Woolf, Nika Lubitsch).

Ein weiterer Vorteil von Selfpublishing ist natürlich die Buchgestaltung. Manchmal hält man Romane in der Hand und denkt: Oh Gott, was für ein hässliches Cover! Hier hat man aber jetzt die Chance, das alles selbst zu bestimmen und den Roman so zu gestalten, wie es einem gefällt.
Natürlich bedeutet das nicht, dass alle selbstveröffentlichten Romane passende und schöne Cover haben, aber man hat zumindest die Möglichkeit, selbst zu entscheiden.

Ein Manko beim Selfpublishing ist allerdings, dass man die Taschenbücher nur über Amazon oder beim Autor direkt kaufen kann. Ihr könnt also nicht in den Buchladen gehen und das Taschenbuch davon bestellen. Trotzdem hat jeder die Möglichkeit Kooperationen mit Buchhandlungen einzugehen und dann seine Bücher dort zu verkaufen, also findet sich teilweise doch ein Weg daran vorbei.

So, zusammengefasst:
Ich habe mich für Selfpublishing entschieden, weil ich irgendwann vom Schreiben leben möchte und das bei einem normalen Verlag in Deutschland doch etwas schwieriger ist. Wenn nur wenige deutsche Autoren davon leben können, muss man schon sehr gut schreiben können, um dazu zu gehören ;-).
Beim Selfpublishing können das wesentlich mehr Autoren, denn die Tantiemen (Gehalt) sind wesentlich höher pro verkauftem Buch. Trotzdem ist dieser Weg nichts für Leute, die ihr Werk unbedingt im Buchladen sehen wollen, denn das geht nur bedingt.

Mir geht es beim Schreiben vor allem darum, Leser für meine Geschichten begeistern zu können. Aber natürlich spielt mein Traum, davon auch leben zu können, eine wichtige Rolle. Wie das dann läuft, werden wir alle sehen, sobald mein erster Roman erhältlich ist! Ich kann nur hoffen, dass er viele Leser findet und euch gefällt. Aber das Risiko hat man beim Verlag genauso wie beim Selfpublishing - man kann eben nie sicher sein, wie eine Geschichte ankommt.

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar Einblicke geben und euch erklären, warum ich mich für diesen Weg entschieden habe. :-)

Liebe Grüße, Larissa

Kommentare:

  1. Hallo Larissa,

    O.K. Deine Argumente sind verständlich...und es ist vielleicht so ähnlich wie in der Bloggerwelt , es gibt so viel Blogs mittlerweile und jeder muss versuchen sein Eckchen in dieser hart um kämpften Bereich zu finden.....

    Und Du hast, Dir jetzt diese Ecke gefällt..

    Also Daumen drücken..LG..Karin..

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    1. Genau, liebe Karin :) Der Vergleich mit den Blogs ist echt gut.

      Liebe Grüße, Larissa

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  2. Hallo,

    ich verfolge Deine Beiträge gespannt, zumal meine Tochter auch sehr gerne schreibt, aber auch noch keinen Erfolg bei den Verlagen erzielen konnte. Wäre eine gute Alternative. Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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    1. Liebe Heidi :-)

      danke für dein Kommentar! Dann drücke ich deiner Tochter die Daumen, dass es irgendwann klappt. Genau aus diesem Grund stelle ich alle einzelnen Schritte vor, denn ich habe nirgends so etwas ähnliches gefunden - das würde mir derzeit auch viel helfen. Ich glaube, es gibt viele Leute, die sich dafür interessieren könnten, aber nichts Genaues darüber wissen.
      Es freut mich auf jeden Fall, wenn es anderen auch hilft :-). Danke!

      LG Larissa

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  3. Hallo Larissa, interessanter Beitrag. Ich bin durch Google auf dich aufmerksam geworden weil ich wieder irgendwas zum Thema Cover etc gesucht habe.:-) Übrigens ein sehr schönes Cover für deinen Fantasy Roman! Ich habe mich auch dazu entscheiden, mein Buch selbst zu vertreiben, Die Seite http://www.neobooks.com wäre sicher auch interessant für dich.
    Mal ne Frage, hast denn ein Lektor an der Hand? Oder machst du das über Testleser und Beta Leser? Würde mich mal interessieren.
    Ich hoffe das auch mein New Adult/Liebesroman noch dieses Jahr rauskommt, wenn es mit dem korrigiere und Lektorieren bis dahin klappt.

    Viele Grüße
    Neele

    http://neelekoch.blogspot.fr

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    1. Hallo liebe Neele :-)

      Dankeschön :-). Ja, ich werde mein Buch dann über amazon direkt und alle anderen Online Shops durch neobooks verkaufen. Die Plattform soll richtig gut sein, wie ich bisher gelesen habe. Hast du damit schon Erfahrungen gemacht?
      Ich drück dir die Daumen, bei deinem eigenen Buch! :-) Einen richtigen Lektor habe ich nicht, sondern ich habe andere Schreiberlinge, die mein Manuskript korrigieren und lektorieren. Ich finde bei Betalesern sehr wichtig, dass diese Leute selbst auch schreiben, denn die schauen nochmals viel genauer drauf als ein normaler Leser und entdecken Sachen, die man ggf. in einem Buch überlesen würde.

      LG Larissa

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  4. Ich bin grundstäzlich für das Selbstverlegen. ABer es steckt ne Menge Arbeit dahinter. Besonders, was die Werbung betrifft, muss man ganz allein arbeiten - und dazu muss man bereit sein. Man muss Kontakte nutzen, manchmal auch pentrant werden, ständig den Kontakt zur Leserschaft halten... momenten wäre mir das zuviel. Außerdem geht man tw. in Vorleistung z.B. beim Cover und Lektorat. Dafür hat man natürlich Individualität... es ist schwierig....

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    1. Liebe Evy :-)

      Danke für dein Kommentar! Das stimmt, man muss sich wirklich mit ziemlich viel auseinandersetzen und erlernen, aber mir macht das bisher sogar ziemlichen Spaß :-D. Was die Werbung betrifft, das müssen viele Verlagsautoren heutzutage auch oft in die eigene Hand nehmen, es sei denn es wird vom Verlag groß beworben. Die meisten Romane bekommen leider nur wenig davon ab... habe heute erst auf der Lyx Homepage einen Artikel darüber gelesen, wo stand, dass es im letzten Jahr allein 80 000 Neuerscheinungen gab (hier wurden NUR Verlagsbücher gezählt). Und da herauszustechen ist wirklich schwierig. :( Aber da ich in Wirtschaft Abitur gemacht habe, weiß ich Gott sei Dank schon ein bisschen, wie der Marketinghase läuft :-D. Bin aber wirklich gespannt, was da noch alles auf mich zukommt!

      LG Larissa

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  5. Danke für diesen Bericht. Ich spiele auch mit dem Gedanken etwas über KDP zu veröffentlichen und bin immer froh, wenn ich noch mehr positive Meinungen dazu höre :D

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    1. Genau darum berichte ich über alle Schritte :-). Ich bin froh, dass es dir ein bisschen helfen konnte.

      LG Larissa

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  6. Ich fand es interessant, das Ganze mal aus Sicht einer Jungautorin zu lesen. Trotz allem glaube ich weiterhin, dass Verlage schon ihren Sinn haben, vor allem was die Qualität angeht... Das wird auf Amazon doch sehr nachlässig behandelt und dort etwas wirklich gutes dann drunter zu finden, ist oft nervig. :-) Ich wünsche dir aber natürlich viel Erfolg! Wie Marketing geht, das können wir Blogger ja. ;-)

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    1. Dankeschön :-). Ja, wenn jeder problemlos veröffentlichen kann, gibt es auch viele Bücher, die qualitativ leider schlechter sind. Aber die Leser merken sowas ja ziemlich schnell und dann bekommt das Werk dementsprechende Bewertungen. Wenn man Geld als Indieautor verdienen möchte, muss man sich genauso professionell geben, wie man es bei einem Verlag wäre. Also keine Tippfehler und sonstiges.
      Genau :-D mein Vorteil ist das Bloggen, denn dadurch weiß ich selbst, wie Bücher bei uns Leser ankommen und auf was wir kritisch achten.

      Liebe Grüße, Larissa

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  7. Hallo.
    wirklich ein interessanter Blogbeitrag. Es ist wirklich interessant das Ganze mal mit anderen Augen zu betrachten. Ich wünsche dir jedenfalls ganz viel Erfolg und bin gespannt auf das Buch :-)
    Alles Liebe
    Claudi
    von blog.claudis-gedankenwelt.de

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Alles Liebe,
Larissa